Die Epoche zwischen 1935 und 1955 gilt als die goldene Ära des Tangos, in der legendäre Orchester die Tanzsäle von Buenos Aires füllten. Jedes dieser Ensembles entwickelte einen unverwechselbaren Klang, den Tänzer bis heute an den ersten Takten erkennen. Das Orchester von Juan D’Arienzo, auch bekannt als der König des Taktes, revolutionierte die Szene mit einem treibenden, rhythmisch straffen Stil, der die Menschen zurück auf die Tanzfläche holte. Seine Stücke eignen sich hervorragend, um den präzisen Tango Argentino Rhythmus im eigenen Körper zu verankern.
Einen eleganten Gegenpol schuf Carlos Di Sarli. Seine Musik fließt wie Honig, getragen von lyrischen Geigenpassagen und majestätischen Klavierakkorden. Di Sarli verlangt von den Tanzenden extreme Ruhe und die Fähigkeit, lange Gehschritte genussvoll auszudehnen. Wer wiederum die tiefe Melancholie und dramatische Brüche sucht, hört Aníbal Troilo. Seine Arrangements lassen dem Bandoneon, dem seufzenden Herzstück des Tangos, maximalen Raum für emotionale Soli.