Die organische Wärme des Boom Bap Sound
Wer sich heute in ein Tanzstudio stellt, bemerkt schnell eine krasse Zweiteilung auf der Playlist. Auf der einen Seite läuft der klassische Sound der Neunziger, auf der anderen die modernen, düsteren Beats aus Atlanta. Der Unterschied zwischen diesen beiden Welten liegt nicht nur im Alter der Tracks, sondern in ihrer fundamentalen Architektur. Die Epochen haben zwei völlig verschiedene Arten hervorgebracht, wie Musik konstruiert wird und wie sich der Körper dazu bewegt. Wer diese Unterschiede versteht, kann seinen Tanzstil präziser an den jeweiligen Sound anpassen.
Klassische oldschool hip hop beats basieren fast immer auf echten, eingespielten Schlagzeug-Loops, die aus alten Funk- und Soul-Platten herausgeschnitten wurden. Dieser sogenannte Boom-Bap-Sound lebt von einer unperfekten, leicht ungenauen Rhythmik, die dem Ganzen einen organischen, warmen Groove verleiht. Der Takt zwingt den Körper förmlich dazu, in einer kontinuierlichen, fließenden Vor- und Zurückbewegung zu bleiben. Man tanzt im klassischen Vierteltakt und betont die schweren Schläge auf zwei und vier.





