Tanz ist ein eigener Beitrag zur Karnevalssitzung
Für Bonn ist eine Karnevalstradition dokumentiert, die auf die Gründung der Bönnschen Karnevalsgesellschaft am 5. Februar 1826 zurückgeht. Der erste eigentliche Rosenmontagszug folgte 1828. Für das Verständnis der Tanzauftritte ist jedoch der Sitzungsrahmen entscheidend: Die überlieferte Beschreibung nennt neben Büttenreden ausdrücklich Tanz und Musik. Tanz war damit als eigener Bestandteil des Programms beschrieben, nicht bloß als Bewegung zwischen den Wortbeiträgen.
Bei einer Sitzung schaust du auf eine vorbereitete Darbietung. Die Auftretenden gestalten einen Anfang, entwickeln Bewegungsfolgen und setzen einen erkennbaren Schluss. Anders als beim gemeinsamen Tanzen im Publikum werden Wege, Blickrichtungen und Aufstellungen für die Sicht von vorn angelegt. Eine Drehung muss daher nicht nur gelingen, sondern auch im Bühnenbild verständlich sein.
Funkenmariechen und Tanzgruppe bezeichnen dabei unterschiedliche Ebenen. Das Funkenmariechen ist eine benannte Rolle; die Gruppe ist eine Form des gemeinsamen Auftretens. Ein Rollenname verrät deshalb noch nicht, wie viele Menschen auf der Bühne stehen oder welche tänzerischen Mittel sie verwenden. Die dokumentierte Tradition beschreibt einen kulturellen Zusammenhang, aber keinen vollständigen heutigen Spielplan für Bonn.



