Bremens Tanztheatergeschichte öffnet den Blick
Für einen Zugang zur Tanzkultur in Bremen hilft die Unterscheidung zwischen einem Tanzstil und einer künstlerischen Arbeitsweise. Ein Stil bietet erkennbare Bewegungsmuster. Tanztheater kann solche Muster nutzen, aber auch Alltagshandlungen, Sprache, Requisiten oder bewusst unbequeme Körperbilder einbeziehen. Eine Szene muss deshalb weder einen Grundschritt zeigen noch eine Handlung eindeutig auflösen.
Am Theater Bremen übernahm Johann Kresnik 1968/69 die Tanzsparte. Nach seinem Weggang 1978 wurden Gerhard Bohner und Reinhild Hoffmann künstlerische Leiter. Anfang der 1980er-Jahre erhielt die Sparte den Namen Tanztheater Bremen. Diese Stationen verorten eine Geschichte künstlerischer Entscheidungen, sie beschreiben kein heutiges Repertoire.
Besonders anschaulich wird der Umgang mit dieser Geschichte an „Zwei Giraffen tanzen Tango, Bremer Schritte“: 2016 verband das steptext dance project in Koproduktion mit dem Theater Bremen rekonstruierte Teile von Bohners Stück mit einer neuen Choreografie von Helge Letonja. Rekonstruktion kann vergangene Bewegung zugänglich machen, ohne eine unveränderte Wiederholung zu sein. Für dich als Publikum zählt dann auch die Frage, wie alte und neue Bewegungen aufeinander reagieren. Die breitere Orientierung zum Tanzen in Bremen trennt diesen kulturellen Zugang von Unterricht und eigener Tanzpraxis.







