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Familienmoment6 Minuten

Beim Abiball Elterntanz ohne feste Familienrollen gestalten

Von Mary De LucaStand

Kurz gesagt
  • Ein freiwilliger Familientanz beim schulischen Abiball lädt ein, ohne Teilnahme oder eine bestimmte Paarbildung vorzuschreiben.
  • Du kannst mit Eltern, anderen Bezugspersonen oder Freunden tanzen, unabhängig von Geschlecht und Verwandtschaft.
  • Sitzenbleiben und vorzeitiges Aufhören brauchen weder eine Begründung noch eine öffentliche Ankündigung.
  • Eine offene Moderation und freie Wege zum Rand machen diese Wahl auch während des Tanzes möglich.

Ein festlicher Moment kann sich für manche nach Nähe anfühlen und für andere nach einer Prüfung ihrer Familiengeschichte. Wie du ihn ankündigst, entscheidet mit darüber, ob Menschen sich willkommen oder vorgeführt fühlen.

DefinitionBezugsperson

Bezugsperson bezeichnet einen Menschen, zu dem du eine persönliche Verbindung hast und von dem du Unterstützung erfährst. Das kann ein Elternteil sein, aber auch eine Großmutter, ein Geschwisterteil oder ein Freund.

Eine Familiengeste braucht keine feste Paarordnung

Der Elterntanz beim schulischen Abiball lässt sich als Gelegenheit verstehen, mit einem vertrauten Menschen einen Teil des Abends zu teilen. Er ist kein Nachweis dafür, dass deine Familie einer bestimmten Vorstellung entspricht. Hier geht es auch nicht um den Elterntanz eines Tanzschulabschlussballs mit dessen eigenem Rahmen.

Eine Ansage wie „Jetzt tanzen alle Töchter mit ihren Vätern“ verteilt Rollen, bevor jemand zugestimmt hat. Sie lässt außerdem diejenigen außen vor, deren Eltern fehlen, getrennt leben oder kein gutes Verhältnis zu ihnen haben. Auch eine liebevolle Familienbeziehung verpflichtet niemanden, sie tanzend zu zeigen.

Die Einladung sollte deshalb die Beziehung offenlassen, statt Verwandtschaft und Geschlecht festzulegen. Du kannst mit deinem Vater, deiner Tante, deinem Bruder oder einer Freundin tanzen. Zwei Frauen oder zwei Männer sind dabei genauso selbstverständlich wie jedes andere Paar. Wer führt, ergibt sich aus eurer Absprache, nicht aus einer Familienrolle.

Die gewählte Bezugsperson muss dabei nicht deine Begleitung für den gesamten Abend sein. Diese Unterscheidung erklärt auch der Ratgeber zu Begleitung und Tanzpartner beim Abiball.

Zwei Tänzer bewegen sich anmutig in einer hellen, modernen Umgebung
Wer am Rand sitzen bleibt, gehört weiterhin zur Feier und muss keine Zuschauerrolle übernehmen.

Freiwilligkeit zeigt sich erst beim Nein

Das Wort „freiwillig“ im Programm reicht nicht, wenn später alle zum Aufstehen aufgefordert werden. Druck entsteht oft nebenbei: durch namentliche Aufrufe, erwartungsvolle Blicke oder die Aufforderung, sich „wenigstens für die Eltern“ zu überwinden. Dann wird eine Absage plötzlich erklärungsbedürftig.

Eine offene Einladung richtet sich einmal an die ganze Gesellschaft. Sie nennt den Familientanz als Angebot und verzichtet auf Nachfassaktionen an einzelnen Tischen. Auch der Begriff „Familientanz“ braucht eine kurze Einordnung: Vertraute Menschen sind willkommen, nicht nur Eltern. Die genaue Moderationsformulierung findest du bei den häufigen Fragen.

Du brauchst keine Liste mit familiären Gründen für eine Nichtteilnahme. Solche Angaben machen Privates zur Organisationssache und können Menschen bloßstellen. Wenn du für die Planung eine Rückmeldung brauchst, genügt die unverbindliche Information, wer voraussichtlich mittanzen möchte. Ein späterer Sinneswechsel bleibt möglich.

Ebenso wenig sollte eine Lehrkraft oder das Organisationsteam spontan jemanden als Ersatz zuweisen. Eine Bezugsperson ist eine persönliche Wahl, kein freier Platz in einer Paarliste. Eine Absage wird angenommen, ohne einen anderen Menschen oder eine andere Aktivität als Gegenleistung zu verlangen. Das gilt auch dann, wenn die Tanzfläche dadurch weniger gefüllt aussieht.

Woran du eine offene Einladung erkennst

So ja

  • Alle gemeinsam einladen, ohne Namen aufzurufen
  • Bezugspersonen unabhängig vom Geschlecht willkommen heißen
  • Eine Absage ohne Begründung annehmen
  • Den Weg zurück zum Sitzplatz frei lassen

So nicht

  • Einzelne Nichttanzende über das Mikrofon auffordern
  • Mutter-Sohn- und Vater-Tochter-Paare vorschreiben
  • Nach einer Absage nach familiären Gründen fragen
  • Tanzende mit einer geschlossenen Zuschauerreihe umstellen

Eine Einladung bleibt nur dann eine Einladung, wenn ein Nein keine Erklärung und keine zweite Aufforderung auslöst.

Redaktion für Tanzratgeber

Ein unauffälliger Ausstieg gehört zum Tanz dazu

Ein freiwilliger Beginn braucht ein ebenso freiwilliges Ende. Manche Menschen möchten kurz mittanzen, werden dann müde oder merken, dass ihnen die öffentliche Aufmerksamkeit unangenehm ist. Wenn der Familientanz als abgeschlossener Auftritt mit Pflichtschlussbild angelegt ist, wird das Aufhören schnell sichtbar und schwierig.

Ein lockerer Tanz ohne Anwesenheitskontrolle lässt mehr Spielraum. Ihr bewegt euch so, dass ein Weg zum Rand offenbleibt, und haltet einander nicht fest. Ein leises „Ich möchte zurück zum Tisch“ genügt. Die andere Person löst die Verbindung und begleitet dich nur, wenn du das möchtest. Die Moderation kommentiert weder Ausstiege noch spätere Einstiege.

Auch die Bewegung selbst sollte keine Mutprobe werden: Eine bequeme Handverbindung, kleine Schritte und wenig Raumverbrauch erleichtern den gemeinsamen Moment. Hebefiguren, überraschende Drehungen und starkes Ziehen passen nicht zu einer Einladung an ungeübte Angehörige. Tanzkenntnisse sind hier keine Eintrittskarte.

Wenn du mit deiner Bezugsperson vorher etwas Sicherheit gewinnen möchtest, hilft ein Kurs als freiwillige Vorbereitung. Der Ratgeber zum Buchen eines Abiball-Tanzkurses erklärt die Organisation. Die Teilnahme am Familientanz darf davon jedoch nicht abhängen: Auch ohne Kurs, ohne Eltern oder ohne Tanzen bleibt der Abiball dein Abend.

Zwei gleichwertige Arten, dabei zu sein

Mittanzen

Nähe auf der Tanzfläche

Du bestimmst, mit wem und wie lange

Ein gemeinsamer Tanz kann ein persönlicher Dank sein, ohne dass du ihn vor Publikum aussprechen musst. Ihr dürft bei kleinen Bewegungen bleiben und jederzeit aufhören. Auch ein kurzer gemeinsamer Moment zählt für euch.

Dabeibleiben

Nähe ohne Tanzschritte

Du bestimmst, wie du den Moment teilst

Ein Gespräch am Tisch oder gemeinsames Zuhören kann genauso zu diesem Teil des Abends gehören. Du musst weder fotografieren noch applaudierend am Rand stehen. Deine Teilnahme an der Feier hängt nicht von deiner Teilnahme am Tanz ab.

Häufige Fragen

  1. Die Moderation lädt alle mit einer frei gewählten Bezugsperson ein und nennt das Sitzenbleiben ausdrücklich als gleichwertige Möglichkeit. Eine passende Ansage lautet: Wer möchte, ist mit einem vertrauten Menschen zum Familientanz eingeladen. Ihr könnt jederzeit dazukommen, aufhören oder den Moment an eurem Platz genießen.

Tanzkurse für deinen Abiball

Wenn du mit deiner Bezugsperson üben möchtest, findest du hier passende Abiball-Kurse.

Alle passenden Kurse ansehen

Dein Tanz beginnt mit einer Wahl

Auf udansa connect kannst du Menschen für gemeinsames Üben vor dem Abiball finden. Beschreibe dabei, dass du einen lockeren Familientanz vorbereitest und keine feste Auftrittspaarung suchst.

Dein Tanz beginnt mit einer Wahl