Die Anatomie hinter der klassischen Drehung
Wer als Erwachsener mit dem klassischen Tanz beginnt, stößt schnell auf den Begriff En dehors. Diese Auswärtsdrehung der Beine ist das Fundament fast aller klassischen Bewegungen und gibt dem Tanz seine charakteristische Leichtigkeit und Dynamik. Doch die anatomische Realität unterscheidet sich bei erwachsenen Anfängern grundlegend von der Ausbildung im Kindesalter. Die Sehnen und Bänder sind gefestigt, und die Knochenstruktur des Beckens lässt sich nicht mehr verformen. Wer jetzt versucht, das Auswärts mit Gewalt zu erzwingen, riskiert schwere Verletzungen.
Das gesunde Auswärtsdrehen beginnt im Hüftgelenk, einer Kugelpfanne, die von einer starken Muskulatur umgeben ist. Wenn wir im Ballett die Hüfte öffnen, aktivieren wir die tiefen Gesäßmuskeln, die sogenannten Außenrotatoren. Nur wenn die Drehung aus dieser Tiefe kommt, bleibt die gesamte Kette nach unten stabil. Ein gesundes Auswärts zeichnet sich dadurch aus, dass Oberschenkel, Kniescheibe und der zweite Zeh immer exakt in dieselbe Richtung zeigen. Sobald diese Linie bricht, entstehen gefährliche Scherkräfte in den Gelenken.


