Die Renaissance des barocken Kontratanzes um Mitternacht
Die Fledermaus-Quadrille ist der unbestrittene Höhepunkt fast jeder klassischen Ballnacht. Wenn sich um Mitternacht die Paare im Saal formieren, weicht die förmliche Etikette einer ausgelassenen, fast kabarettistischen Stimmung. Ursprünglich von Johann Strauss Sohn auf Motiven seiner berühmten Operette „Die Fledermaus“ komponiert, ist dieser historische Gruppentanz heute ein lebendiges Kulturgut. Anders als beim klassischen Paartanz steht hier nicht die perfekte Haltung im Vordergrund, sondern das gemeinsame, oft herrlich chaotische Erlebnis auf dem Parkett.
Um beim fledermaus quadrille ablauf nicht den Faden zu verlieren, hilft es, die Grundstruktur zu verstehen. Getanzt wird in einer sogenannten Kontratanz-Aufstellung. Das bedeutet, dass sich jeweils zwei Paare in einer Gasse direkt gegenüberstehen und ein „Carré“ (ein Viereck) bilden. Mehrere dieser Gassen ziehen sich durch den gesamten Saal. Die Bewegungen werden traditionell live von einem Tanzmeister oder einer Tanzmeisterin über das Mikrofon angesagt. Diese charmanten, oft zweisprachigen Kommandos auf Deutsch und Französisch treiben das Geschehen voran und retten jene, die im Trubel die Orientierung verlieren.

