Zum Hauptinhalt springen
Freestyle-Training5 Minuten

Labben im Streetdance: Wie du deinen eigenen Tanzstil entwickelst

Von Bernhard De LucaStand

Kurz gesagt
  • Labbing ist eine systematische Trainingsmethode im Streetdance zur Erforschung und Entwicklung eigener Bewegungen.
  • Im Gegensatz zum klassischen Tanztraining wird beim Labben bewusst ohne Spiegel und ohne feste Choreografien gearbeitet.
  • Durch gezielte kreative Aufgaben und Einschränkungen bricht der Tänzer aus gewohnten Bewegungsmustern aus.
  • Das Ziel dieser Methode ist die Erschaffung eines unverwechselbaren und persönlichen Freestyle-Tanzstils.

Wer im urbanen Tanz aus der Masse herausstechen will, braucht mehr als kopierte Schritte. Das Labben ist der Schlüssel, um die eigene Identität auf der Tanzfläche freizulegen.

DefinitionLabbing

Labben bezeichnet im Streetdance ein experimentelles Training, bei dem Tänzer durch gezielte Aufgabenstellungen und ohne visuelle Kontrolle neue Bewegungsformen entwickeln. Das Wort leitet sich von Laboratory (Labor) ab und steht für das systematische Erforschen des eigenen Körpers.

Was das Labor für den Streetdance bedeutet

Wer im Streetdance seinen eigenen Weg sucht, stößt schnell auf ein zentrales Konzept: das sogenannte Labbing. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „Laboratory“ (Labor) ab und beschreibt eine hochgradig kreative Trainingsmethode. Anders als im klassischen Tanzunterricht geht es hier nicht darum, feste Schrittfolgen nachzutanzen oder synchrone Routinen für eine Show einzustudieren. Beim Labben bist du Forscher im eigenen Körper.

Das Ziel ist es, neue Tanzbewegungen zu entwickeln und die eigene Bewegungssprache systematisch zu erweitern. Dafür nutzt man beim dein erstes Hip-Hop Battle vorbereiten oft bestimmte Aufgabenstellungen. Anstatt einfach planlos zur Musik zu improvisieren, setzt du dir beim Labbing klare, manchmal extrem einschränkende Regeln. Diese Grenzen zwingen dein Gehirn und deine Muskeln dazu, die ausgetretenen Pfade der gewohnten Komfortzone zu verlassen und völlig neue Pfade zu beschreiten.

Warum der Spiegel beim Labbing im Weg steht

In fast jedem Tanzstudio dominiert eine riesige Spiegelwand den Raum. Für das Labben ist dieser Spiegel jedoch oft der größte Feind. Wer sich beim Entwickeln neuer Bewegungen ständig selbst beobachtet, verfällt automatisch in eine visuelle Selbstzensur. Du bewertest sofort, ob ein Move cool oder seltsam aussieht. Das blockiert den kreativen Fluss, bevor er überhaupt entstehen kann. Beim Breakdance improvisieren lernen zeigt sich schnell, dass echte Originalität aus dem Gefühl und nicht aus der Optik entsteht.

Beim Labbing drehst du dich bewusst vom Spiegel weg oder schließt die Augen. Es geht darum, die Bewegung von innen heraus zu spüren. Wie fühlt sich die Gewichtsverlagerung an? Welche Dynamik entsteht, wenn du den Impuls aus der Schulter statt aus der Hand startest? Ohne den kontrollierenden Blick im Glas lernst du, Fehler nicht als Makel zu begreifen, sondern als unerwartete Abzweigung, die zu einem völlig neuen Move führen kann.

Der Weg zum eigenen Stil: So gelingt das Labbing

Richtig Labben

  • Vom Spiegel wegdrehen oder die Augen schließen
  • Strenge, kreative Aufgaben stellen (z. B. nur eine Hand nutzen)
  • Ungewöhnliche Bewegungsfehler als neue Moves auswerten
  • Sich Zeit für die Erforschung einzelner Konzepte nehmen

Kreativ-Blockaden

  • Ständig kontrollierend in den Spiegel schauen
  • Einfach nur die Lieblings-Moves wiederholen
  • Frustriert abbrechen, wenn eine Bewegung seltsam aussieht
  • Ohne Fokus oder Einschränkung drauflostanzen

Wer nur kopiert, bleibt ein Schatten der anderen. Erst im Lab, wo niemand zuschaut und kein Spiegel lügt, findest du deine eigene tänzerische Stimme.

Streetdance-Coach, Berlin

Mit klaren Konzepten zu neuen Bewegungen

Um im Lab erfolgreich zu sein, arbeiten Tänzer mit strukturierten Konzepten. Ein beliebtes Werkzeug im Bereich Concepts Dance Labbing ist die Isolation: Du erlaubst dir beispielsweise für drei Minuten, ausschließlich dein linkes Knie und dein rechtes Handgelenk zu bewegen. Klingt simpel, zwingt dich aber nach kurzer Zeit dazu, außergewöhnliche Ebenen und Drehungen zu finden, um die Vorgabe einzuhalten. Solche kreativen Barrieren sind der Schlüssel, wenn du systematisch kreativ tanzen lernen willst.

Ein weiteres Konzept ist die Translation von Alltagsbewegungen. Wie lässt sich das Öffnen einer schweren Tür, das Tippen auf einer Tastatur oder das Fließen von Wasser in urbane Tanzbewegungen übersetzen? Durch diese Abstraktion entstehen Tanzstile, die sich radikal von der Masse abheben. Labbing ist kein einmaliges Event, sondern eine dauerhafte Freestyle Training Methode, die Geduld erfordert, aber am Ende die eigene tänzerische Identität formt.

Zwei Wege zur Bewegung: Konzept vs. Intuition

Konzept

Das strukturierte Labbing

Kreativität durch strenge Regeln

Hier arbeitest du mit klaren, oft extremen Einschränkungen wie der Isolation einzelner Körperteile oder dem Tanzen auf nur einem Bein. Diese bewusste Reduktion zwingt dich dazu, kreative Lösungen abseits deiner Komfortzone zu finden.

Freestyle

Das intuitive Tanzen

Freies Fließen im Moment

Du lässt dich ohne Vorgaben vom Rhythmus treiben und nutzt dein bereits vorhandenes Bewegungsrepertoire. Es dient dem Genuss der Musik und dem Fluss im Moment, generiert aber seltener völlig neue Bewegungsmuster.

Häufige Fragen

  1. Labben fokussiert sich auf das systematische Erforschen und Erschaffen neuer Bewegungen durch strenge Konzepte und meist ohne Spiegel. Freies Improvisieren nutzt dagegen das bereits vorhandene Bewegungsrepertoire, um im Moment intuitiv zur Musik zu tanzen.

Streetdance-Kurse in deiner Nähe

Finde die passende Tanzschule, um deine Basics zu lernen und deinen eigenen Stil zu entwickeln.

Alle passenden Kurse ansehen

Finde deine Crew zum Labben

Auf udansa findest du Gleichgesinnte, die mit dir den Spiegel im Studio vergessen und beim gemeinsamen Labbing neue Dimensionen der Bewegung erkunden möchten. Entdecke passende Kurse und finde Tanzpartner, die deine Leidenschaft für Streetdance teilen.

Finde deine Crew zum Labben