Deine Garde braucht auch Mitstreiter
Auf udansa connect findest du Kontakte zum gemeinsamen Tanzen und Üben. So kannst du deinen Wunsch nach Gardetanz mit Menschen besprechen, die ebenfalls Anschluss an eine Gruppe suchen.
Von Bernhard De LucaStand
Auf udansa connect findest du Kontakte zum gemeinsamen Tanzen und Üben. So kannst du deinen Wunsch nach Gardetanz mit Menschen besprechen, die ebenfalls Anschluss an eine Gruppe suchen.
Im Rheinland treffen zwei Organisationsformen aufeinander: Die Tanzgarde erarbeitet choreografierte Auftritte; das Traditionskorps stellt eine karnevalistische Gemeinschaft mit eigenen Uniformen, Funktionen und überlieferten Auftrittsformen dar. Eine Tanzgruppe kann darin eingebettet sein. Ein Korpsaufzug ist deshalb nicht einfach eine größere Gardetanznummer.
Die Vereinschroniken verorten die Kölner Roten Funken im Jahr 1823, die Bürgergarde „blau-gold“ im Jahr 1904 und die Prinzen-Garde Köln im Jahr 1906. Diese Gründungsjahre belegen unterschiedliche historische Ausgangspunkte, keine Rangfolge tänzerischer Qualität. Die Roten Funken beziehen ihre Tradition auf die ehemaligen Kölner Stadtsoldaten. Bei der Prinzen-Garde gehört die Begleitung von Prinz und Bauer des Kölner Dreigestirns zum beschriebenen Korpsprofil. Das ist eine repräsentative Aufgabe, keine Tanztechnik.
Ein Tanzpaar mit Funkenmariechen und Tanzoffizier kann eine hervorgehobene Nummer übernehmen, während weitere Mitglieder den Korpsrahmen bilden. Musikzüge und Fußkorps ergänzen das Bild. Dazu können vereinsabhängig Helferdienste beim Veranstaltungsaufbau oder bei der Betreuung gemeinsamer Auftritte kommen, nicht als pauschale Pflicht jeder Tanzgarde.
Auch tänzerisch unterscheiden sich die Situationen: Eine Formation setzt Musik in gemeinsam abgestimmte Bewegungen um, ein Korps zeigt zusätzlich traditionelle Gesten und geordnete Aufzüge. Wie du musikalische Abschnitte beim Tanzen erkennst, erklärt der Ratgeber zu Puls und Phrasen in der Marschmusik. Daraus allein entsteht noch keine Korpsmitgliedschaft.

Formuliere zunächst einen konkreten Wunsch: „Ich möchte in einer Gruppe choreografierte Bühnentänze aufführen.“ Damit benennst du eine tänzerische Tätigkeit. „Ich möchte bei einem Korps mitmachen“ lässt dagegen offen, ob du tanzen, repräsentieren oder organisatorisch helfen möchtest.
Trenne gedanklich deinen Bühnenplatz von der Zugehörigkeit zum Verein. In einem Traditionskorps kannst du gemeinsam mit Menschen auftreten, deren Beitrag aus Musik, geordnetem Einzug oder Begleitung besteht. Dein Tanz ist dann ein Bestandteil eines größeren gemeinsamen Auftritts.
Unterscheide zwischen dem Mitwirken in einer Gruppenformation und einer hervorgehobenen Paarrolle. Sage beispielsweise „Tanzgruppe“ statt nur „Garde“, wenn du eine Formation meinst. So vermeidest du, dass dein Interesse als Wunsch nach dem Fußkorps oder einer repräsentativen Funktion verstanden wird.
Frage einmal gebündelt, welche Korpsaufgaben für deine gewünschte Abteilung verbindlich sind. Nenne Begleitungen, Gemeinschaftsauftritte und Helferdienste ausdrücklich. Eine konkrete Antwort trennt die Mitarbeit, die alle aktiven Mitglieder betrifft, von Aufgaben einzelner Abteilungen oder freiwilligen Einsätzen.
Behandle bei einem Korpsauftritt auch die Zeit außerhalb deiner Tanznummer als Teil deiner Rolle, sofern das vereinbart ist. Während das Tanzpaar auftritt, kann die übrige Mannschaft den Auftrittsrahmen bilden. Nach deinem eigenen Einsatz verschwindet die gemeinsame Verpflichtung deshalb nicht automatisch.
Fasse deine Entscheidung mit Tätigkeit und Zugehörigkeit zusammen: „Ich möchte in der Tanzabteilung mitwirken und die vereinbarten Korpsdienste übernehmen.“ Oder benenne ausdrücklich eine reine Tanzgruppenrolle. Damit sagst du weder versehentlich zu wenig noch pauschal jeder denkbaren Vereinsaufgabe zu.
Nein, rheinische Karnevalsgarden sind karnevalistische Vereine oder Vereinseinheiten, keine militärischen Truppen. Uniformen, Dienstgrade und geordnete Aufzüge greifen militärische Formen auf, oft mit humoristischer Brechung. Gerade bei den Kölner Funken gehört dieser spielerische Umgang zur Tradition. Aus einem Titel wie „Kommandant“ folgt deshalb keine staatliche Befehlsgewalt und aus einer Uniform kein militärischer Dienst.
Wibbeln ist eine traditionelle, scherzhafte Bewegung, bei der Funken Rücken an Rücken ihre Hinterteile aneinander bewegen. Bei den Roten Funken wird dafür auch „Stippeföttche“ verwendet. Solche Gesten zeigen, dass ein Korpsauftritt eigene überlieferte Bewegungen enthalten kann. Wibbeln ist aber weder eine allgemeine Gardetanztechnik noch ein Nachweis dafür, dass alle Beteiligten einer Tanzabteilung angehören.
Nein, ein Funkenmariechen bezeichnet eine hervorgehobene Tanzfigur oder Rolle, nicht die gesamte Tanzgarde. Im rheinischen Korps kann diese Rolle zusammen mit einem Tanzoffizier als Tanzpaar auftreten. Die Bezeichnung verweist auf den Funkenkontext und seine Tradition. Eine Gruppenformation mit mehreren Tänzerinnen und Tänzern ist organisatorisch und auf der Bühne etwas anderes als dieses herausgestellte Paar.
Ob Frauen in einer bestimmten Abteilung mitwirken können, hängt vom jeweiligen Verein und dessen Mitgliedschaftsregeln ab. Historische Männerkorps und weiblich besetzte Tanzrollen können innerhalb derselben Tradition nebeneinander bestehen. Aus einem auftretenden Funkenmariechen lässt sich deshalb keine allgemeine Zugangsregel für das Fußkorps ableiten. Ebenso wenig bedeutet ein historischer Korpsname automatisch, dass sämtliche heutigen Aufgaben Männern vorbehalten sind.
Nein, eine Tanzgarde kann ausschließlich für Vereinsveranstaltungen und karnevalistische Bühnenauftritte arbeiten. Turnierteilnahme ist eine zusätzliche Ausrichtung, die sich nicht aus dem Namen ergibt. Umgekehrt kann eine sportlich ausgerichtete Tanzgruppe Teil eines Karnevalsvereins sein. „Tanzgarde“ beschreibt zunächst den tänzerischen Schwerpunkt; ein historisches Korpsprofil und ein Wettbewerbssystem sagen jeweils etwas anderes über die Gruppe aus.
An der Uniform allein kannst du eine Tanzgarde nicht zuverlässig erkennen. Ähnliche Jacken, Kopfbedeckungen und Stiefel können sowohl Tanzende als auch andere Korpsmitglieder tragen. Aussagekräftiger ist die gezeigte Funktion: eine choreografierte Formation, ein Tanzpaar oder ein geordneter Korpsaufzug. Für die tatsächlich tänzerisch genutzten Schuhe sind Passform und Sohle von Gardestiefeln wichtiger als die optische Zugehörigkeit.