Marschrhythmus und Taktstruktur des Paso Doble
Der Paso Doble nimmt im Welttanzprogramm eine absolute Sonderstellung ein. Während die anderen lateinamerikanischen Tänze im Welttanzprogramm auf afrokubanischen oder brasilianischen Rhythmen basieren, entspringt dieser Tanz der spanischen Marschmusik. Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt die Struktur: Die Musik steht im geraden Zweivierteltakt, seltener im Viervierteltakt. Das Tempo ist mit etwa 58 bis 62 Takten pro Minute rasant und treibend. Jeder Schlag im Takt erhält einen klaren, marschähnlichen Schritt. Es gibt keine verzögerten Gewichtsübertragungen wie in der Rumba oder Synkopen wie im Chasse des Cha-Cha-Cha.
Für Einsteiger im Tanzkurs bedeutet das eine Erleichterung beim Hören, aber eine Herausforderung bei der Geschwindigkeit. Der Paso Doble Rhythmus ist unmissverständlich, denn die schwere Eins im Takt wird durch die Trommeln und Bläser einer klassischen Stierkampf-Kapelle, dem Pasodoble-Orchester, extrem betont. Wer diesen Tanz verstehen will, muss sich von der Vorstellung weicher, fließender Hüftbewegungen lösen. Jeder Taktschlag fordert ein präzises, stolzes Auftreten.




