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Choreografie5 Minuten

Line Dance: Tag und Restart im Unterschied

Von Mary De LucaStand

Kurz gesagt
  • Ein Tag ergänzt die reguläre Schrittfolge um zusätzliche Counts und wird häufig als Brücke bezeichnet.
  • Ein Restart beendet einen Durchlauf vorzeitig und setzt unmittelbar mit Count eins der Choreografie fort.
  • Wandangabe und Count benennen die betreffende Wiederholung und die Stelle, an der die Ausnahme eintritt.
  • Eine angegebene Schrittänderung bereitet das passende Standbein oder die Richtung für den anschließenden Beginn vor.

Die Füße kennen die Folge, doch plötzlich beginnt die Reihe neben dir wieder von vorn. Solche Stellen wirken zunächst wie Gedächtnislücken, obwohl die Choreografie dort ganz bewusst vom gewohnten Ablauf abweicht.

DefinitionRegulärer Durchlauf

Ein regulärer Durchlauf ist eine vollständige Wiederholung der festgelegten Grundfolge vom ersten bis zum letzten Count. Zusätze und vorzeitige Neustarts verändern diesen Ablauf nur an den ausdrücklich bezeichneten Stellen.

Ein Zusatz verlängert, ein Neustart verkürzt

Tag und Restart verändern nicht grundsätzlich den ganzen Tanz. Sie sind festgelegte Ausnahmen im Ablauf einer ansonsten wiederkehrenden Folge. Ihr Unterschied lässt sich daran erkennen, was mit der Länge des betreffenden Durchlaufs passiert.

Als gedachtes Beispiel dient eine Grundfolge mit 32 Counts. Steht die Anweisung „nach dem dritten Durchlauf: Tag mit vier Counts“, tanzt du zunächst alle 32 Counts, anschließend die vier Zusatzcounts und danach wieder den Anfang. An dieser Stelle sind also zusätzliche Zählzeiten vorgesehen. Die konkreten Schritte des Tags gehören zur Choreografie; du erfindest sie nicht selbst.

Steht stattdessen „im dritten Durchlauf: Restart nach Count 16“, endet dieser Durchlauf bereits dort. Die Counts 17 bis 32 entfallen diesmal, und auf die getanzte 16 folgt Count eins der Grundfolge. Beim folgenden regulären Durchlauf bleiben die 32 Counts wieder vollständig erhalten.

Eine überschaubare vollständige Folge bietet die Anleitung zum Cowboy Charleston mit 16 Counts. Die Zahlen unserer beiden Beispiele sind dagegen frei gewählte Anschauungszahlen, keine Anweisung für diesen Tanz.

Auch ein still gehaltener Count gehört zur Choreografie und darf beim Weiterzählen nicht verschwinden.
Auch ein still gehaltener Count gehört zur Choreografie und darf beim Weiterzählen nicht verschwinden.

Wand und Count bestimmen die Stelle der Ausnahme

Eine Angabe wie „Restart an Wand 3 nach Count 16“ enthält zwei verschiedene Informationen. „Wand 3“ meint in diesem Zusammenhang gewöhnlich den dritten begonnenen Durchlauf. „Nach Count 16“ bezeichnet die Stelle innerhalb dieses Durchlaufs. Du tanzt die 16 noch, bevor die Folge neu beginnt. Der Begriff Wand bezeichnet hier also keine zusätzliche Drehbewegung.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen „an“ und „nach“: Ein Tag nach einer bezeichneten Wand liegt hinter deren Abschluss. Ein Restart in dieser Wand unterbricht sie. Eine Uhrzeitangabe wie „facing 6:00“ ergänzt die Blickrichtung am genannten Moment. Sie ersetzt weder die Wiederholungsnummer noch die Count-Angabe.

Die Musik erklärt häufig, warum solche Ausnahmen vorgesehen sind: Ein Abschnitt dauert länger oder kürzer, als die reguläre Folge erwarten lässt. Das Wort Brücke wird beim Line Dance oft für einen Tag verwendet. Es bedeutet aber nicht zwingend, dass derselbe Abschnitt auch musikalisch als Bridge bezeichnet wird.

Wie anders ein musikalischer Einschnitt choreografisch genutzt werden kann, zeigen Breaks im Boogie Woogie. Eine hörbare Pause allein ist deshalb noch kein Beleg für einen Line Dance Tag.

Die Ausnahme richtig einordnen

So ja

  • Beim Tag die ausdrücklich genannten Zusatzcounts tanzen
  • Beim Restart nach dem genannten Count wieder auf eins beginnen
  • Eine Schrittänderung nur an der bezeichneten Stelle einsetzen
  • Wiederholungsnummer und Blickrichtung getrennt beachten

So nicht

  • Jede musikalische Pause mit eigenen Zusatzschritten füllen
  • Beim Restart die restlichen Counts noch zu Ende tanzen
  • Den geänderten Abschluss in jeden Durchlauf übernehmen
  • Aus einer Blickrichtung allein die Wiederholungsnummer ableiten

Die wichtigste Information an einer Ausnahme ist, wo die normale Folge verlassen wird und wo sie wieder beginnt.

udansa-Redaktion

Das Standbein entscheidet über den Anschluss

Ein Restart ist keine Aufforderung, kurz stehen zu bleiben und die Füße irgendwie neu zu sortieren. Die letzte Bewegung vor dem Neustart muss den Anfang ermöglichen. Dafür zählt nicht nur die Fußposition, sondern besonders, welcher Fuß dein Gewicht trägt.

Angenommen, die Grundfolge beginnt mit einem Schritt rechts. Dann muss der rechte Fuß für diesen Schritt frei sein. Endet die verkürzte Folge dagegen mit Gewicht rechts, entsteht ohne Anpassung ein Anschlussproblem. Manche Choreografien verändern deshalb den letzten Schritt vor dem Restart, etwa indem ein sonst belasteter Abschluss durch eine ausdrücklich beschriebene unbelastete Aktion ersetzt wird. Das ist eine mögliche Lösung, keine allgemeine Restart-Regel.

Die angegebene Änderung gilt nur dort, wo sie vorgesehen ist. Sie macht aus dem Restart auch keinen Tag: Dafür müssten zusätzliche Counts eingefügt werden. Eine veränderte Bewegung auf einer vorhandenen Zählzeit verändert zunächst den Anschluss, nicht die Länge.

Auch ein Tag kann mit einer gezielten Gewichtsverteilung enden, damit der Anfang sauber folgt. Für die Unterscheidung bleibt jedoch der Ablauf maßgeblich: zusätzliche Zählzeiten oder vorzeitig zurück zur Eins. Standbein und Blickrichtung erklären anschließend, wie dieser Übergang körperlich funktioniert.

Zwei Arten, die Musik passend zu treffen

Zusatz

Der Tag schafft zusätzlichen Platz

Die Grundfolge bekommt einen Einschub

Ein Tag kann eine musikalische Verlängerung auffangen, etwa bevor der nächste Abschnitt beginnt. Du behältst die vertraute Folge und ergänzt an der festgelegten Stelle die dafür vorgesehenen Bewegungen.

Neustart

Der Restart setzt früher neu an

Ein Durchlauf bleibt bewusst kürzer

Ein Restart kann den Beginn der Folge mit einem früher eintretenden Musikabschnitt zusammenbringen. Du lässt den verbleibenden Teil dieses Durchlaufs weg und kehrst unmittelbar zum vertrauten Anfang zurück.

Häufige Fragen

  1. Nein, viele Line Dances kommen ohne Tag oder Restart aus. Ihre Grundfolge wiederholt sich ohne solche Ausnahmen. Ob eine Choreografie sie enthält, hängt von ihrer Gestaltung und der vorgesehenen Musik ab, nicht davon, wie fortgeschritten du tanzt.

Ausnahmen übst du besser gemeinsam

Auf udansa connect findest du Menschen für gemeinsame Line Dance Übungsrunden. Mit ihnen kannst du verabreden, genau die Übergänge zwischen Zusatzfolge und Neubeginn zu wiederholen.

Ausnahmen übst du besser gemeinsam