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Bodenarbeit4 Minuten

Atmung beim Tanzen im Contemporary: Fluss und Kraft am Boden

Von Mary De LucaStand

Kurz gesagt
  • Die richtige Atmung beim Tanzen im Contemporary liefert die nötige Kraft für anstrengende Floorwork-Phasen und sichert den kontinuierlichen Bewegungsfluss.
  • Die Ausatmung unterstützt das Schmelzen in den Boden und das Lösen von Muskelspannungen bei Gewichtsverlagerungen.
  • Die Einatmung schafft die nötige Rumpfspannung und weitet den Körper für explosive Impulse und das Aufrichten aus dem Boden.
  • Die Synchronisation von Atem und Bewegung verhindert die kraftraubende Pressatmung und schützt den Körper vor vorzeitiger Ermüdung.

Die Schwerkraft am Boden fordert den ganzen Körper heraus. Mit der richtigen Atemtechnik nutzt du das Lungenvolumen als unsichtbaren Hebel, um schwere Stützmomente mühelos und fließend zu meistern.

DefinitionAtemführung im zeitgenössischen Tanz

Die Atmung beim Tanzen im Contemporary beschreibt die bewusste Koordination des Atemzyklus mit den Bewegungsphasen, um Kraftaufwand zu minimieren und den Bewegungsfluss zu unterstützen.

Warum uns am Boden oft die Luft wegbleibt

Wer zum ersten Mal eine anspruchsvolle Floorwork-Sequenz tanzt, kennt das Phänomen: Am Ende der Bewegung ist der Atem weg, die Muskeln brennen und der Kopf wird rot. Der Grund dafür liegt meist in einer unbewussten Atemsperre, der sogenannten Pressatmung. Sobald der Körper das eigene Gewicht gegen die Schwerkraft stemmen muss, blockieren wir intuitiv die Luftwege, um den Rumpf zu stabilisieren. Im zeitgenössischen Tanz ist das jedoch kontraproduktiv. Die Atmung beim Contemporary-Tanz ist kein passiver Hintergrundprozess, sondern der primäre Motor für Kraft und Geschmeidigkeit.

Wenn wir die Luft anhalten, signalisieren wir dem Nervensystem Stress. Die Muskeln verkrampfen, wodurch weiche Übergänge und raumgreifende Bewegungen unmöglich werden. Richtig atmen im contemporary dance bedeutet, die Atembewegung mit dem Bewegungsfluss zu synchronisieren. Anstatt die Luft zu blockieren, nutzen wir den Luftstrom, um die Muskelketten genau im richtigen Moment zu aktivieren und wieder zu entspannen.

Die Dynamik von Einatmen und Ausatmen am Boden

Um die Schwerkraft am Boden optimal zu nutzen, müssen Ein- und Ausatmung gezielt mit den Bewegungsphasen verknüpft werden. Als Faustregel gilt: Jedes Absinken, Schmelzen und Nachgeben in den Boden wird durch die Ausatmung begleitet. Die Ausatmung leitet das Loslassen ein, wodurch wir schwerer werden und die Reibung auf dem Boden optimal nutzen können, wie es auch in der Anleitung zum Über den Boden gleiten im Contemporary beschrieben wird.

Die Einatmung hingegen bereitet die Aktivierung vor. Sie füllt den Brustkorb, schafft Raum zwischen den Rippen und initiiert den Impuls, uns vom Boden wegzudrücken oder eine Spirale in den Raum zu zeichnen. Wer diese Floorwork-Atmungstechnik verinnerlicht, stellt fest, dass Hebelwirkungen und Stützmomente plötzlich nur noch einen Bruchteil der gewohnten Kraft kosten. Die Luft trägt die Bewegung, anstatt sie zu blockieren.

Atemführung im Vergleich

Richtig atmen

  • Bewusst ausatmen beim Sinken in den Boden
  • Den Atemstrom als Impulsgeber nutzen
  • Die Atembewegung im gesamten Rumpf zulassen

Typische Fehler

  • Die Luft bei anstrengenden Stützen anhalten
  • Gegen die Schwerkraft ankämpfen
  • Nur flach in die obere Brust atmen

Der Atem ist das Bindeglied zwischen der inneren Kraft und der äußeren Bewegung. Wer am Boden den Atem blockiert, kämpft gegen den eigenen Körper.

Contemporary-Dozentin, Berlin

Vom Atemmuster zum fließenden Tanzgelände

Die größte Herausforderung besteht darin, die bewusste Atemführung aus dem statischen Training in die Dynamik einer Choreografie zu übertragen. Hier hilft die Verbindung von Atem und Musikalität. Wer lernt, die Phrasierung der Musik nicht nur in Schritten, sondern auch in Atemzügen zu denken, gewinnt eine völlig neue Bewegungsqualität. Mehr zu diesem Thema erfährst du im Ratgeber über die Contemporary Tanz Musikalität.

Beginne damit, einfache Bodenrollen oder Spiralen im eigenen Atemtempo auszuführen. Lass die Bewegung erst starten, wenn der Atemstrom fließt. Wenn du dich das nächste Mal in einer komplexen Kombination verhedderst, konzentriere dich nicht auf die Füße oder Hände, sondern lenke deine Aufmerksamkeit komplett auf die Ausatmung beim tiefsten Punkt der Bewegung. Du wirst merken, wie sich Blockaden lösen und der Bewegungsfluss fast wie von selbst zurückkehrt.

Die zwei Phasen des Atems in der Bodenarbeit

Einatmung

Raum und Spannung aufbauen

Der Impuls für Weite und Aufrichtung

Die Einatmung öffnet den Brustkorb und schafft Weite im Körper. Sie bereitet den Impuls vor, baut die notwendige Grundspannung auf und hebt das Becken leicht vom Boden ab.

Ausatmung

Gewicht abgeben und gleiten

Das Nachgeben in die Schwerkraft

Die Ausatmung lässt das Körpergewicht tief in den Boden sinken. Sie löst überschüssige Muskelspannung und ermöglicht weiche, gleitende Übergänge ohne Widerstand.

Häufige Fragen

  1. Bei anstrengenden Stützphasen neigen wir zur Pressatmung, die den Körper blockiert. Wer bewusst ausatmet, aktiviert die tiefe Rumpfmuskulatur und lässt die Bewegung fließen.

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