Warum uns am Boden oft die Luft wegbleibt
Wer zum ersten Mal eine anspruchsvolle Floorwork-Sequenz tanzt, kennt das Phänomen: Am Ende der Bewegung ist der Atem weg, die Muskeln brennen und der Kopf wird rot. Der Grund dafür liegt meist in einer unbewussten Atemsperre, der sogenannten Pressatmung. Sobald der Körper das eigene Gewicht gegen die Schwerkraft stemmen muss, blockieren wir intuitiv die Luftwege, um den Rumpf zu stabilisieren. Im zeitgenössischen Tanz ist das jedoch kontraproduktiv. Die Atmung beim Contemporary-Tanz ist kein passiver Hintergrundprozess, sondern der primäre Motor für Kraft und Geschmeidigkeit.
Wenn wir die Luft anhalten, signalisieren wir dem Nervensystem Stress. Die Muskeln verkrampfen, wodurch weiche Übergänge und raumgreifende Bewegungen unmöglich werden. Richtig atmen im contemporary dance bedeutet, die Atembewegung mit dem Bewegungsfluss zu synchronisieren. Anstatt die Luft zu blockieren, nutzen wir den Luftstrom, um die Muskelketten genau im richtigen Moment zu aktivieren und wieder zu entspannen.




