Zwei Welten im Dreivierteltakt: Gleiten gegen Rotieren
Der Dreivierteltakt ist die gemeinsame Basis beider Walzerformen, doch ihre Wirkung auf dem Parkett könnte kaum unterschiedlicher sein. Beim Langsamen Walzer, der im englischen Sprachraum auch als Boston oder Waltz bezeichnet wird, steht das fließende, fast schwebende Gleiten im Vordergrund. Die Musik lässt den Tanzenden viel Zeit, um die Bewegung voll auszukosten. Jeder Schritt wird bewusst gesetzt, die Höhen und Tiefen der Bewegung werden extrem betont.
Ganz anders präsentiert sich der Wiener Walzer. Hier dominiert der Rausch der Geschwindigkeit. Die Paare drehen sich in einem atemberaubenden Tempo über die Fläche, was eine völlig andere körperliche Dynamik verlangt. Wer die Wiener Walzer Rechtsdrehung ohne Balanceverlust meistern möchte, muss lernen, die Fliehkräfte durch eine präzise Orientierung im Raum und eine extrem kompakte Haltung zu kontrollieren. Der Rhythmus treibt das Paar voran, während beim langsamen Pendant das bewusste Verzögern die Kunst ausmacht.





