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Standardtanz6 Minuten

Langsamer Walzer: Figuren verbinden und Musik verstehen

Von Bernhard De LucaStand

Kurz gesagt
  • Im Langsamen Walzer verbinden geschlossene Wechsel die Rechtsdrehung und die Linksdrehung zu einer einfachen Figurenfolge.
  • Die passende Startausrichtung und der freie Fuß bestimmen, welche Figur du anschließend tanzen kannst.
  • Der Langsame Walzer steht im Dreivierteltakt und wird üblicherweise mit etwa 28 bis 30 Takten pro Minute getanzt.
  • Du beginnst auf einer musikalischen Eins, möglichst am Anfang einer neuen Phrase.

Eine gelernte Figur endet, aber das Lied läuft weiter. Genau an dieser Stelle wird aus einer Sammlung von Schritten ein Repertoire: Du erkennst, welche Bewegung als Nächstes anschließen kann.

DefinitionGeschlossener Wechsel

Ein geschlossener Wechsel ist eine Walzerfigur aus drei Schritten über einen Takt, die mit geschlossenen Füßen endet und den freien Startfuß wechselt.

Wenige Figuren ergeben ein brauchbares Repertoire

Im Langsamen Walzer sind Figuren Bausteine mit einem bestimmten Anfang und Ende. Du kannst sie deshalb nicht beliebig aneinanderhängen: Am Ende muss der Fuß frei sein, den die nächste Figur braucht. Außerdem muss eure Ausrichtung zu deren Beginn passen. Diese Anschlussbedingungen erklären, warum eine kurze Verbindung oft hilfreicher ist als viele einzeln gelernte Figuren.

Zum überschaubaren Repertoire gehören Rechtsdrehung, Linksdrehung und geschlossene Wechsel. Die Rechtsdrehung heißt auch Natural Turn, die Linksdrehung Reverse Turn. Beide bestehen in ihrer Grundform aus sechs Schritten über zwei Takte. Eine ganze Figur bedeutet dabei nicht automatisch eine volle Drehung um 360 Grad.

Ein geschlossener Wechsel dauert dagegen einen Takt. Er ermöglicht den Übergang von einem Startfuß zum anderen, ohne selbst eine große Drehfigur zu sein. Den Grundschritt und die einzelne Linksdrehung solltest du dafür bereits kennen; ihre Schrittanleitungen werden hier nicht wiederholt.

Später kommen beispielsweise Wischer und Chassé hinzu. Sie erweitern die Anschlussmöglichkeiten, sind aber keine Voraussetzung für die unten beschriebene Verbindung. Dass im Fernsehen größere Figuren zu sehen sind, macht diese Basis nicht weniger brauchbar: Der Blick auf Rhythmus und Haltung bei Tanzshow-Tänzen hilft, Showwirkung und tänzerische Grundlage auseinanderzuhalten.

Auch zwischen zwei Liedern hilft die Zählweise dabei, eine Figurenfolge gemeinsam im Kopf zu behalten.
Auch zwischen zwei Liedern hilft die Zählweise dabei, eine Figurenfolge gemeinsam im Kopf zu behalten.

Eine Verbindung über sechs Takte erklärt die Anschlüsse

Die folgende Verbindung beschreibt die führende Rolle in der geschlossenen Tanzhaltung. Die folgende Rolle beginnt jeweils mit dem passenden Gegenfuß. Mit Tanzrichtung ist der Weg gegen den Uhrzeigersinn entlang des Raums gemeint. „Diagonal zur Wand“ bedeutet schräg nach außen in Tanzrichtung, „diagonal zur Mitte“ schräg nach innen.

Für den Anfang der Rechtsdrehung schaut die führende Person diagonal zur Wand und hat den rechten Fuß frei. Die Verbindung besteht aus vier Bausteinen:

  • Takte 1 und 2: Rechtsdrehung mit rechtem Fuß vorwärts beginnen, nach sechs Schritten ist wieder der rechte Fuß frei.
  • Takt 3: Geschlossenen Wechsel rechts vorwärts tanzen: rechts vor, links seitwärts, rechts schließen. Danach ist links frei.
  • Takte 4 und 5: Linksdrehung mit linkem Fuß vorwärts beginnen, nach sechs Schritten ist wieder links frei.
  • Takt 6: Geschlossenen Wechsel links vorwärts tanzen: links vor, rechts seitwärts, links schließen. Danach ist rechts frei.

Bei der üblichen Grundausführung endet die Rechtsdrehung mit Blick diagonal zur Mitte, die Linksdrehung mit Blick diagonal zur Wand. Die Wechsel erhalten diese jeweilige Ausrichtung. Damit passt der Schluss wieder zum Beginn. Die sechs Takte bilden eine wiederholbare Figurenverbindung, aber keine abgeschlossene musikalische Phrase: Bewegungsfolge und Musikabschnitt müssen nicht gleich lang sein.

Woran du eine passende Verbindung erkennst

Stimmt

  • Den freien Startfuß der nächsten Figur beachten
  • Die Startausrichtung auf die nächste Figur beziehen
  • Eine ganze Rechtsdrehung über zwei Takte zählen
  • Tempo in Takten und Schläge pro Minute unterscheiden

Mythos

  • Jede Figur kann mit beliebigem Fuß beginnen
  • Alle Figuren starten gerade zur Wand
  • Eine ganze Rechtsdrehung passt in einen Takt
  • 30 Takte pro Minute bedeuten 30 Schläge pro Minute

Eine Figurenfolge wird verständlich, wenn du ihren Anschluss kennst und nicht nur die Schritte innerhalb jeder einzelnen Figur.

udansa-Redaktion für Paartanz

Dreiertakt, Tempo und Aufnahme bestimmen den Musikeinstieg

Der Dreivierteltakt ordnet die Musik in Gruppen von drei Schlägen. Die Eins ist der Taktanfang; häufig hörst du dort eine Betonung oder einen neuen Bassimpuls. Ein musikalischer Einstieg passt besonders gut an den Beginn einer neuen Phrase, etwa wenn nach dem Vorspiel die Melodie neu einsetzt. Ein Auftakt kann diesem Beginn vorausgehen.

Das übliche Tanztempo von etwa 28 bis 30 Takten pro Minute entspricht 84 bis 90 Viertelschlägen pro Minute. Zeigt eine Tempoangabe ungefähr 90 BPM, kann sie also durchaus zu einem langsamen Walzer passen. „Langsam“ beschreibt hier die Tanzart, nicht eine beliebig niedrige Schlagzahl.

Diese drei bekannten Aufnahmen stehen im Dreiertakt und eignen sich als musikalische Ausgangspunkte:

  • Come Away with Me, Norah Jones: ein ruhiger Puls mit zurückhaltender Begleitung.
  • Moon River, Andy Williams: eine deutlich erkennbare Walzermelodie mit weich gesungenen Phrasen.
  • Tennessee Waltz, Patti Page: ein gut hörbarer Dreiertakt und klar gegliederte Melodieabschnitte.

Das sind keine normierten Tanzsportaufnahmen; kleine Temposchwankungen gehören zur Interpretation. Coverversionen können anders arrangiert sein. Für gleichmäßiges Kurstempo sind ausdrücklich für Langsamen Walzer produzierte Instrumentalaufnahmen geeigneter. In einem Tanzkurs für Paare verbinden sich solche klaren Musikvorlagen mit dem Lernen der Figurenanschlüsse.

Zwei Wege durch dieselbe Musik

Verbindung

Eine kurze Folge wiedererkennen

Die nächsten Figuren stehen schon fest

Eine feste Verbindung gibt dir Orientierung im Lied. Du weißt, wann die Drehrichtung wechselt, und kannst die musikalischen Abschnitte bewusster wahrnehmen. Für erste zusammenhängende Tänze reduziert das die Zahl spontaner Entscheidungen.

Auswahl

Aus bekannten Figuren wählen

Der Anschluss bestimmt die Möglichkeiten

Ein freieres Repertoire lässt dir mehrere passende Fortsetzungen. Du wählst anhand von Startfuß, Ausrichtung und verfügbarer Fläche. Auch ohne feste Reihenfolge bleibt jede Figur an die Zählzeiten der Musik gebunden.

Häufige Fragen

  1. Nein, wenige zusammenpassende Figuren reichen für einen zusammenhängenden Tanz. Eine Rechtsdrehung, zwei geschlossene Wechsel und eine Linksdrehung ergeben bereits eine wiederholbare Verbindung. Weitere Figuren erweitern später deine Auswahl, statt die vorhandenen Bausteine unbrauchbar zu machen.

Standardkurse mit Langsamem Walzer

In einem Standardkurs kannst du erleben, wie einzelne Walzerfiguren zu einer durchgehenden Folge werden.

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