Die Produktion wird selbst zur Hauptfigur
Die Broadway-Bühnenfassung von 42nd Street wurde 1980 uraufgeführt, mit Regie und Choreografie von Gower Champion. Ihre Handlung begleitet Julian Marsh beim Aufbau von Pretty Lady. Peggy Sawyer kommt aus Allentown nach New York, Dorothy Brock ist der etablierte Star. Als Dorothy verletzt ausfällt, soll Peggy die Hauptrolle übernehmen. Damit bekommt die Tanzgruppe eine erzählerische Funktion: Aus ihren Reihen muss jemand die gefährdete Produktion retten.
Die drei besonders aufschlussreichen Szenen sind die Eröffnungs-Audition, We're in the Money und Lullaby of Broadway. Sie zeigen nacheinander Auswahl, fertiges Bühnenprodukt und Unterstützung für Peggy. Die gemeinsamen Klänge lassen dich hören, ob die vielen Körper gerade als eine Einheit auftreten. Dabei zählt nicht nur Gleichzeitigkeit. Auch Pausen und Antworten zwischen Teilgruppen können Zusammenhalt organisieren.
Das Ohr unterscheidet kurze Anschläge, obwohl das Auge lange Reihen wahrnimmt. Einen einzelnen Klangbaustein erläutert die Seite zum Cramp Roll mit vier Klängen; hier geht es um dessen Wirkung im größeren Bühnenzusammenhang, nicht ums Nachtanzen. Für die sichtbare Ordnung sind Abstände und Bewegungsrichtungen ebenso wichtig. Der Blick auf Linien und Timing beim Gardetanz-Beinschwung bietet einen Vergleich für Gruppenpräzision, erklärt aber nicht die spezifische Klangarbeit dieses Musicals.




