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Beinarbeit6 Minuten

Rock'n'Roll Kick-Technik: Kniehub und Rücknahme üben

Von Bernhard De LucaStand

Kurz gesagt
  • Beim einzelnen Rock'n'Roll Kick hebst du zuerst das gebeugte Knie und streckst anschließend kontrolliert den Unterschenkel.
  • Nach der Streckung führst du die Ferse zurück unter das Knie, bevor du das Bein absenkst.
  • Dein Oberkörper bleibt aufgerichtet, während das Standbein mit ausgerichtetem Knie trägt und später leicht federt.
  • Übe zunächst niedrig und langsam ohne Hüpfen, danach verbindest du die Beinaktionen zu einer flüssigen Bewegung.

Ein weit vorgeschleuderter Fuß sieht energisch aus, kann dich aber aus der Balance ziehen. Entscheidend ist der Moment danach: Kannst du das Bein zurückholen, ohne mit Schultern und Becken auszuweichen?

Das brauchst du für die Übung

  • Freie Fläche mit Abstand zu Möbeln und anderen Menschen
  • Ebener, rutschfester Boden ohne klebende Stellen
  • Flache Trainingsschuhe mit sicherem Halt
  • Aufgewärmte Sprunggelenke, Knie und Hüften
  • Schmerzfreie Bewegung und sicherer Einbeinstand

Der Kick bleibt über dem Standbein kontrollierbar

Die sportliche Rock'n'Roll Kickbewegung besteht aus einer Vorbereitung im gebeugten Bein, der Streckung und einer aktiven Rücknahme. Der Oberschenkel wird beim Kniehub angehoben; anschließend bewegt sich vor allem der Unterschenkel nach vorn. Ein gestrecktes Bein von unten hochzuschwingen ist eine andere Bewegung und erschwert dir die gezielte Rücknahme. Die Reichweite entsteht aus kontrollierter Bewegung, nicht aus einem Ruck im Knie.

Für diese Lernübung bleibt dein Becken möglichst über dem tragenden Fuß. Dein Standknie zeigt in dieselbe Richtung wie die Fußspitze und wird nicht starr durchgedrückt. Beginne mit Bodenkontakt, auch wenn sportliches Rock'n'Roll später eine federnde, dynamische Standbeinaktion nutzt. So kannst du zuerst unterscheiden, ob dein Gleichgewicht am Kick oder am Hüpfen scheitert.

Die Fußspitze des freien Beins wird beim Strecken aktiv verlängert, ohne die Zehen zu verkrampfen. Eine höhere Beinposition ist erst sinnvoll, wenn du sie ohne Rücklage halten und verlassen kannst. Die Übung trainiert Kontrolle, sie ist kein Dehntest. Wie Belastung und Kräftigung zusammenhängen, erklärt der Ratgeber zum Muskelaufbau durch Tanzen. Lass die Arme zunächst locker: Das getrennte Üben von Armen und Beinen reduziert zusätzliche Koordinationsaufgaben. Eine vollständige Grundschrittfolge wird hier bewusst nicht angeschlossen.

Ein leiser Bodenkontakt hilft dir, harte Landungen zu bemerken, bevor du das Tempo erhöhst.
Ein leiser Bodenkontakt hilft dir, harte Landungen zu bemerken, bevor du das Tempo erhöhst.

Den einzelnen Kick in sieben Schritten aufbauen

  1. Den Einbeinstand einrichten

    Verlagere dein Gewicht auf ein Bein und löse den anderen Fuß knapp vom Boden. Halte das Standknie weich und den Blick nach vorn; du kannst ruhig weiteratmen, ohne dich mit den Armen auszubalancieren.

  2. Das gebeugte Knie anheben

    Hebe das freie Knie nach vorn, zunächst nur so weit, dass dein Becken ruhig bleibt. Lass den Unterschenkel unter dem Knie hängen und halte kurz inne: Der Hub gelingt ohne Seitneigung oder Zurücklehnen.

  3. Den Unterschenkel kontrolliert strecken

    Öffne den Kniewinkel und führe den Fuß nach vorn, während der Oberschenkel möglichst auf seiner Höhe bleibt. Verlängere die Fußspitze; bremse die Streckung vor einem harten Anschlag im Knie, statt das Gelenk mit Schwung durchzudrücken.

  4. Die Ferse unter das Knie zurückholen

    Beuge das freie Knie wieder und bringe die Ferse unter den angehobenen Oberschenkel zurück. Lass diesen dabei möglichst ruhig: Du erreichst erneut die gebeugte Position, ohne dass der Fuß vorher zu Boden fällt.

  5. Das Bein absenken und die Seite wechseln

    Senke erst jetzt den Oberschenkel und setze den Fuß ruhig ab. Richte den Stand auf der anderen Seite neu ein und wiederhole die isolierten Aktionen; beurteile beide Beine nach derselben Kontrolle, nicht nach gleicher Höhe.

  6. Die Aktionen ohne Pause verbinden

    Verbinde Hub, Streckung und Rücknahme zunächst auf einer Seite flüssig miteinander. Sprich dafür „hoch, raus, zurück“ in gleichmäßigen Abständen; diese Lernhilfe legt noch keine Grundschrittzählung fest. Der Fuß bleibt bis zum anschließenden Absenken frei.

  7. Eine kleine Standbeinfederung ergänzen

    Ergänze beim verbundenen Kick ein kleines, gleichmäßiges Federn aus Sprunggelenk und Knie des Standbeins. Halte es zunächst niedrig und ohne erzwungene Flugphase; dein Rumpf bleibt aufgerichtet, und die Rücknahme gelingt ebenso klar wie zuvor ohne Federung.

Diese Korrekturen halten den Kick sauber

So ja

  • Bei wackelndem Hub die Höhe reduzieren
  • Die Streckung aktiv abbremsen
  • Das Standknie entlang der Fußrichtung führen
  • Für den Kick freie Fläche vor dir lassen

So nicht

  • Die Höhe durch Zurücklehnen erzwingen
  • Den Unterschenkel ins Kniegelenk schleudern
  • Das Standknie beim Federn nach innen fallen lassen
  • In Richtung einer nah stehenden Person kicken

Deine Kontrolle vor, während und nach dem Üben

Vor der ersten Wiederholung

Vorbereitung

Nach den langsamen Kicks

Kontrolle

Nach der Übungsrunde

Abschluss

Häufige Fragen

  1. Für den Einstieg reicht eine niedrige Höhe, bei der dein Becken und Oberkörper ruhig bleiben. Eine annähernd waagerechte Oberschenkelposition kann später ein Trainingsziel sein, ist aber keine Voraussetzung für diese Übung. Wenn du die Höhe nur mit Rücklage erreichst, reduziere sie und arbeite zunächst an der kontrollierten Rücknahme.

Für saubere Kicks zusammen üben

Auf udansa connect findest du Tanzpartner für gemeinsame Rock'n'Roll Übungsrunden. Ihr könnt euch abwechselnd von der Seite beobachten und Rücklage oder eine verspätete Rücknahme gezielt ansprechen.

Für saubere Kicks zusammen üben