Afrikanische Vorlagen sind nicht alle feste Schrittfolgen
Ein Tanzname kann eine Choreografie oder eine ganze Bewegungsform meinen. Das erklärt, warum zwei Videos denselben Namen tragen und trotzdem anders aussehen. Bei den folgenden afrikanischen Vorlagen ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Jerusalema ist ein Song des südafrikanischen Produzenten Master KG mit dem Gesang von Nomcebo Zikode. Eine prägende Gruppenfassung verbreitete 2020 die angolanische Gruppe Fenómenos do Semba. In verbreiteten Lernversionen erkennst du Fußtipps, kleine Wechsel und seitliches Weitergehen mit Richtungsänderung. Die Reihenfolge wiederholt sich als Block, ähnlich dem Prinzip beim Lernen einer Line-Dance-Folge. Das macht Jerusalema aber nicht zur Herkunftsbezeichnung eines ganzen Tanzstils.
Azonto kommt aus Ghana. Weiche Knie, rhythmische Gewichtsverlagerungen und ausdrucksvolle Gesten greifen ineinander; Hände können Alltagshandlungen andeuten. Wer nur die Geste kopiert und auf beiden Füßen feststeht, lässt einen wesentlichen Teil weg. Eine einzige verbindliche Azonto-Schrittfolge gibt es nicht.
Gwara Gwara kommt aus Südafrika. Typisch sind das Zusammenspiel eines nach innen geführten Knies, einer Gewichtsverlagerung und eines kreisenden, angewinkelten Arms. Der Arm ist kein unabhängiger Propeller: Sein Kreis hängt mit der Bewegung darunter zusammen. Halte den Radius klein und erzwinge keine Verdrehung im belasteten Knie. Ein kurzer Clip kann daraus eine feste Folge machen, die Tanzform selbst bleibt variierbar.


