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Tanztechnik5 Minuten

Tango Argentino: Die offene Seite der Haltung richtig führen

Kurz gesagt
  • Die offene Seite der Umarmung wird durch die linke Hand des Leaders und die rechte Hand des Followers gebildet.
  • Beide Arme müssen einen stabilen aber elastischen Rahmen formen, der unabhängig von den Schritten die Verbindung hält.
  • Die Handverbindung darf niemals zum Ziehen oder Drücken genutzt werden, sondern dient als feiner Signalempfänger.
  • Eine konstante und sanfte Grundspannung in beiden Armen verhindert das Zusammenfallen der gemeinsamen Haltung.

Die offene Seite der Umarmung entscheidet darüber, ob sich ein Tango leicht und harmonisch anfühlt oder in Arbeit ausartet. Erfahre, wie du mit der richtigen Armhaltung spielerisch die Balance hältst.

DefinitionTango Rahmen

Der Tango Rahmen, oft auch Frame genannt, bezeichnet die stabile und dennoch flexible Körperspannung im Oberkörper und in den Armen der Tanzenden. Er sorgt dafür, dass Führungsimpulse ohne Verzögerung vom Leader auf den Follower übertragen werden.

Die offene Seite als elastischer Kommunikationskanal

Im Tango Argentino ist die Umarmung, das sogenannte Abrazo, kein starres Gerüst, sondern ein lebendiger Dialog. Während die geschlossene Seite durch den direkten Körperkontakt und die rechte Hand des Leaders getragen wird, übernimmt die offene Seite eine völlig andere, dynamische Funktion. Die Verbindung zwischen der linken Hand des Leaders und der rechten Hand des Followers fungiert als eine Art Antenne. Sie fängt kleinste Gewichtsverlagerungen auf und übersetzt sie in fließende Bewegungen. Ohne eine präzise Haltung auf der offenen Seite im Tango Argentino verliert das Paar augenblicklich die Orientierung im Raum.

Häufig wird dieser Teil der Umarmung missverstanden. Anfänger neigen dazu, die gefassten Hände als Hebel zu benutzen, um den Partner in eine Richtung zu ziehen oder zu drücken. Doch eine stabile Tango Argentino Umarmung lebt von der Unabhängigkeit der Arme vom restlichen Oberkörper. Die Arme formen einen schützenden Rahmen, der elastisch bleibt. Nur so kann die feine Kommunikation gelingen, ohne dass physische Kraft aufgewendet werden muss.

Wie Leader und Follower den Rahmen stabilisieren

Um die Verbindung stabil zu halten, müssen beide Partner lernen, wie sie ihren eigenen Rahmen stabilisieren. Beim Leader entspringt die Bewegung für die linke Hand nicht dem Bizeps, sondern der Muskulatur des Rückens. Die Schulter bleibt tief und entspannt, während der Ellbogen leicht nach außen und unten weist. Die linke Hand des Leaders liegt etwa auf Augenhöhe des Followers und bildet das ruhige Zentrum dieser Seite. Hier findet die Tango-Führung der linken Hand ihre feinfühlige Basis.

Der Follower wiederum legt seine rechte Hand leicht in die geöffnete Hand des Leaders. Wichtig ist dabei eine konstante, aber sanfte Tango-Argentino-Armspannung. Der rechte Arm des Followers darf weder schlaff wie eine gekochte Nudel herabhängen, noch darf er wie eine Eisenstange blockieren. Es ist diese feine Elastizität, die es ermöglicht, Drehungen und Richtungswechsel ohne Verzögerung zu spüren. Eine gute Tango Argentino Schrittfolge auf voller Fläche verlangt genau diese Reaktionsschnelligkeit an der offenen Flanke.

Der feine Unterschied in der Armarbeit

Richtig

  • Die Schultern bewusst tief und entspannt nach unten sinken lassen
  • Eine elastische Grundspannung in den Armen aufrechterhalten
  • Die Führungsimpulse aus der Drehung des Brustkorbs einleiten
  • Die Hände als feinfühlige Kontaktpunkte ohne festen Griff nutzen

Falsch

  • Die Schultern vor Anspannung hoch zu den Ohren ziehen
  • Die Arme komplett schlaff hängen lassen oder steif blockieren
  • Den Partner mit den Armen aktiv ziehen oder wegschieben
  • Die Finger fest in die Hand des Tanzpartners krallen

Die Arme im Tango sind keine Werkzeuge zum Bewegen des Partners, sondern die Leitungen, durch die die Absicht des Herzens fließt.

Tango-Lehrer, Berlin

Das Geheimnis der schwebenden Handverbindung

Eine gelungene offene Handverbindung im Tango fühlt sich an wie ein schwebender Magnetismus. Die Hände greifen nicht ineinander, sondern berühren sich mit leichtem, konstantem Druck. Der Leader bietet mit seiner Handfläche eine stabile Fläche an, gegen die der Follower sanften Gegenwind erzeugt. Dadurch entsteht eine Brücke, über die Informationen ohne Worte fließen können. Sobald einer von beiden den Kontakt verliert oder zu fest zupackt, bricht die Verbindung zusammen.

Das Geheimnis liegt darin, die Arme als Verlängerung des Brustkorbs zu begreifen. Wenn sich der Leader dreht, bewegt sich der gesamte Rahmen als Einheit mit. Die Arme verändern ihre Winkel im Verhältnis zum eigenen Körper kaum. Wer lernt, diesen Raum bewusst zu halten, erfährt im Tango eine völlig neue Leichtigkeit und Stabilität, die das gemeinsame Tanzen auf ein neues Niveau hebt.

Zwei Rollen für eine perfekte Balance im Raum

Führen

Aktiv und empfangsbereit

Die tragende Antenne des Leaders

Der Arm ist leicht gebeugt, die Schulter bleibt tief und die Hand bietet einen stabilen, aber flexiblen Widerstand. Bewegungen werden aus dem Rücken initiiert.

Folgen

Reaktiv und stabil

Die feinfühlige Reaktion des Followers

Der Arm hält eine elastische Eigenspannung und folgt der Bewegung des Leaders ohne Verzögerung. Die Hand ruht leicht und ohne Klammern im Gegenüber.

Häufige Fragen

  1. Die gefassten Hände sollten sich in etwa auf Augenhöhe des Followers oder auf Schulterhöhe des kleineren Partners befinden. Diese Höhe ermöglicht eine entspannte Schulterpartie und eine natürliche Beugung im Ellbogen.

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