Die Geburt einer Legende im Chicagoer Untergrund
Die Wurzeln der modernen Clubkultur liegen im Chicago der späten siebziger und frühen achtziger Jahre. Nachdem die kommerzielle Disco-Welle durch rassistische und homophobe Kampagnen wie die berüchtigte Disco Demolition Night im Jahr 1979 jäh gebrochen wurde, zog sich die Szene in den Untergrund zurück. In Clubs wie dem legendären Warehouse, das vor allem von der schwarzen und queeren Community besucht wurde, entstand aus den Scherben von Disco ein völlig neuer Sound. Resident-DJ Frankie Knuckles begann, alte Soul-, Funk- und Disco-Platten mit europäischen Synthesizer-Importen und harten Beats aus der Drum-Machine zu mischen. Aus dem Clubnamen Warehouse leitete sich schließlich der Begriff ab, der eine ganze Epoche prägen sollte: House.
Dieser Sound war roher, treibender und hypnotischer als alles zuvor. Es war der electronic dance music ursprung, der die Tanzflächen befreite. Die Musik spiegelte das Lebensgefühl einer marginalisierten Gemeinschaft wider, die in der Dunkelheit des Clubs einen sicheren Zufluchtsort fand. Hier ging es nicht um Selbstdarstellung, sondern um Ekstase, Gemeinschaft und den puren Rhythmus, der die Menschen stundenlang in Trance versetzte.
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