Künstlerische Eigenständigkeit braucht Arbeitsbedingungen
Freie Tanzarbeit beginnt nicht erst mit einer Aufführung. Ein choreografisches Vorhaben braucht Menschen, die Bewegungsmaterial erarbeiten, Proben organisieren und technische Entscheidungen treffen. „Frei“ bedeutet dabei nicht, dass diese Arbeit ohne Institutionen stattfindet. Gemeint ist eine Organisationsform außerhalb einer dauerhaft eingerichteten Theatersparte.
In Nürnberg trat die Tafelhalle als Partnerin und Koproduzentin der freien Szene auf und gab jungen wie etablierten Tanzschaffenden eine Bühne. Die 1987 als Kulturort wiedereröffnete ehemalige Fabrikhalle steht damit für eine Verbindung von eigenständiger künstlerischer Arbeit und institutioneller Unterstützung. Daraus lässt sich jedoch weder eine bestimmte Finanzierung einzelner Stücke noch ein heutiger Spielplan ableiten.
Bei einer freien Produktion können künstlerische Leitung, Tanzende, Dramaturgie und Technik für ein bestimmtes Vorhaben zusammenkommen. Eine feste Theatersparte bindet solche Aufgaben dagegen in längerfristige Strukturen eines Hauses ein. Der Unterschied betrifft die Organisation, nicht automatisch die Qualität oder die Bewegungssprache. Wie Bewegungsmaterial gestaltet wird, erklärt die Seite über zeitgenössischen Tanz in Nürnberg. Hier zählt zunächst, unter welchen Bedingungen daraus eine aufführbare Arbeit werden kann.




