Die drei Begriffe beschreiben verschiedene Ebenen
Beim Unterschied zwischen Burlesque und Striptease hilft eine Trennung: Der eine Begriff beschreibt eine theatralische Tradition und Darstellungsweise, der andere eine zentrale Handlung. Cabaret kann wiederum den Rahmen benennen, in dem eine solche Nummer gezeigt wird. Deshalb lässt sich eine Show nicht zuverlässig anhand eines einzelnen Kleidungsstücks zuordnen.
Bei einer Burlesque-Performance wird etwas sichtbar inszeniert und zugespitzt: eine gesellschaftliche Rolle, eine Vorstellung von Glamour, ein Anspruch auf Würde oder eine erotische Erwartung. Parodie und Humor sind häufig, aber nicht jede heutige Nummer muss eine deutlich erkennbare Witzpointe enthalten. Einen breiteren Zugang bietet die Einordnung zu Burlesque als Arbeit mit einer Bühnenfigur.
Striptease richtet die Darbietung wesentlich auf das Ablegen von Kleidung. Musik, Bewegung, Pausen und Kontakt zum Publikum können diese Handlung gestalten. Cabaret umfasst dagegen häufig ein Programm aus verschiedenen Beiträgen, etwa Gesang, Tanz, komischer Moderation oder artistischen Nummern. Darstellungsweise, Handlung und Programmrahmen sind miteinander kombinierbar. Das erklärt, warum drei Bezeichnungen für dieselbe Aufführung zutreffen können, ohne austauschbar zu sein.



