Auf dem Ball wechseln die Regeln mit der Situation
Für deinen Ballbesuch in Wien hilft eine einfache Unterscheidung: Während eines Programmpunkts bist du Publikum, beim freien Tanzen teilst du einen Bewegungsraum. Ein guter Zuschauerplatz ist deshalb nicht automatisch ein guter Ausgangspunkt zum Losgehen. Am Eingang, an schmalen Durchgängen und unmittelbar neben auftretenden Paaren können stehende Gäste den Ablauf behindern, selbst wenn sie niemanden berühren.
Der Ausruf „Alles Walzer!“ gehört zur überlieferten Wiener Ballkultur. Für dein Verhalten zählt die Freigabe durch die Veranstaltungsleitung, nicht die Tatsache, dass bereits Musik spielt. Eröffnungsprogramme können Tanz enthalten, ohne dass die Fläche schon für Gäste offen ist. Applaus passt nach einer abgeschlossenen Darbietung; während einer Ansage lässt du Gespräche ruhen.
Eine Einladung gilt für den angebotenen Tanz, nicht automatisch für den restlichen Abend. Das hält Begegnungen auch unter bisher Unbekannten unkompliziert. Weitere Gelegenheiten zum Kennenlernen beschreibt der Ratgeber zum Knüpfen von Tanzkontakten in Wien. Bei angeleiteten Gemeinschaftstänzen haben Ansagen Vorrang vor eigenen Ideen. Die gesonderte Anleitung zum Aufstellen und Bewegen bei der Quadrille behandelt deren Wege, nicht die Umgangsregeln des übrigen Ballabends.




