Zwei Welten aus derselben Quelle
Wer sich mit dem orientalischen Tanz beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe, die oft in einem Atemzug genannt werden, sich jedoch grundlegend unterscheiden: Raqs Sharqi und Baladi. Um den Unterschied zwischen Raqs Sharqi und Baladi wirklich zu verstehen, hilft ein Blick auf die Herkunft und die tänzerische Haltung. Während der Baladi als der ursprüngliche, erdige Folkloretanz der ägyptischen Bevölkerung gilt, der in den ländlichen Regionen und städtischen Vierteln Ägyptens gewachsen ist, repräsentiert der Raqs Sharqi die stilisierte, bühnentaugliche Weiterentwicklung dieses Erbes.
Die raqs sharqi bedeutung lässt sich wörtlich als Tanz des Ostens übersetzen. Dieser Stil entstand im frühen 20. Jahrhundert in den großen Vergnügungsstätten Kairos, stark beeinflusst von westlichen Tanzformen wie dem klassischen Ballett. Er wurde für die große Bühne und das Kino konzipiert, was sich in einer völlig anderen Raumdynamik zeigt. Der Baladi hingegen blieb der Tanz der Gemeinschaft, der ohne große Choreografie auskommt und von einer tiefen, emotionalen Verbundenheit zur Musik lebt.



