Bewegung wird zum Gegenstand therapeutischer Arbeit
Der Berufsverband der TanztherapeutInnen Deutschlands beschreibt Tanztherapie als psychotherapeutisches Verfahren, das Tanz und Bewegung nutzt. Dahinter steht ein Verständnis, das körperliches und psychisches Erleben miteinander verbindet. Deine Haltung, dein Bewegungsspielraum oder der Abstand zu anderen können therapeutisch bedeutsam werden, ohne dass daraus eine vorgefertigte Diagnose folgt.
Ein Beispiel: Du streckst einen Arm aus und ziehst ihn sofort zurück. Die therapeutische Fachperson könnte dich einladen, diesen Wechsel wahrzunehmen und zu beschreiben. Vielleicht erlebst du dabei Unsicherheit, vielleicht schlicht eine unbequeme Bewegung. Die Bedeutung wird gemeinsam erkundet, nicht von außen festgelegt. Beobachtung, eigenes Empfinden und Gespräch gehören zusammen.
Daraus ergibt sich die Abgrenzung zum Tanzunterricht: Im Kurs kann eine Armbewegung hinsichtlich Technik oder Gestaltung korrigiert werden. In der Therapie ist wichtiger, was sie für dich in dieser Situation bedeutet. Dass Freizeit-Tanzen ebenfalls Gefühle beeinflussen kann, erklärt die Seite über Tanzen und psychisches Wohlbefinden. Eine angenehme Wirkung allein macht aus einem Kurs jedoch keine Behandlung.



