Die Menschenkette beschreibt die Form des Tanzes
Beim Metzgertanz in Nürnberg gehören drei Bezeichnungen zusammen: Metzgertanz benennt die beteiligte Berufsgruppe, Kettentanz beschreibt die Formation, und Zämertanz ist der überlieferte weitere Name dieses Brauchs. Die Tänzer bildeten eine lange Menschenkette. Damit ist zunächst eine räumliche Ordnung gemeint, keine vollständig bekannte Choreografie.
Um dir das vorzustellen, ist die Verbindung der Beteiligten wichtiger als ein einzelner besonders auffälliger Schritt. In einer verbundenen Reihe beeinflusst eine Richtungsänderung auch die Nachbarn. Abstände und Bewegung müssen zusammenpassen, damit die Formation als Ganzes erkennbar bleibt. Das erklärt allgemein, weshalb ein Kettentanz anders organisiert ist als ein Solo oder ein Tanz einzelner Paare. Es belegt jedoch keine konkrete Nürnberger Figur.
Aus dem Wort Kettentanz lassen sich weder eine bestimmte Handfassung noch Schrittzahl und Tempo sicher ableiten. Eine Menschenkette muss auch nicht ständig einen geschlossenen Kreis bilden. Wer heute eine Gruppenchoreografie mit klaren Formationen entwirft, arbeitet ebenfalls mit räumlichem Zusammenhang. Dieser Vergleich macht die Tanzidee verständlich, ohne eine moderne Gestaltung zur historischen Vorlage zu erklären.





