Musikalische Kontraste brauchen einen Bezugspunkt
Eine Wendung klingt nur dann überraschend, wenn vorher eine Erwartung entstanden ist. Beginnt deine Nummer bereits mit maximaler Lautstärke, dichter Instrumentierung und ständig wechselnden Liedern, fehlt der späteren Veränderung ein Bezugspunkt. Lege deshalb zuerst fest, welcher Klang in deiner Handlung als normal gilt. Das kann ein gleichmäßiger Rhythmus, eine helle Melodie oder eine wiederkehrende kurze Begleitfigur sein.
Angenommen, eure fertige Geschichte zeigt zunächst einen geordneten Betrieb, dann eine Störung und schließlich eine neue Gemeinsamkeit. Eine regelmäßige, klar gegliederte Begleitung kann die Ordnung unterstützen. An der Störung darf dieses Muster aussetzen oder durch einen anders betonten Rhythmus verdrängt werden. Im Schluss kann das Anfangsmotiv zurückkehren, nun mit vollerem Klang. So hört das Publikum Veränderung und Wiedererkennung zugleich. Wenn die Handlung selbst noch offen ist, hilft dir die Anleitung zum Aufbau einer verständlichen Schautanz-Geschichte.
Beschreibe Kandidaten mit hörbaren Eigenschaften: trockenes Schlagzeug, lange Streicherklänge, einzelne Klaviertöne, dichter Chor. „Schön“ und „energiegeladen“ reichen für eine Entscheidung nicht. Ergänze eure Tanznotizen mit Zählzeiten um den Klang, der die jeweilige Aktion tragen soll. Damit bleibt die Auswahl an die bestehende Szene gebunden, auch wenn mehrere Personen Musik vorschlagen.




