Frühere Brüche verändern die Ausgangslage
Bei Osteoporose ist die Widerstandsfähigkeit der Knochen vermindert. Wie viel Belastung für dich vertretbar ist, lässt sich aber weder am Alter noch am sichtbaren Bewegungsvermögen ablesen. Eine Person kann flüssig tanzen und trotzdem ein erhöhtes Frakturrisiko haben. Eine andere bewegt sich vorsichtig, ohne dass jede kleine Bewegung gefährlich wäre.
Eine frühere Fragilitätsfraktur ist ein wichtiger Hinweis auf die Verletzlichkeit des Knochens. Besonders Wirbelfrakturen verdienen Aufmerksamkeit: Sie können die Form eines Wirbels und die Haltung verändern und erhöhen das Risiko weiterer Brüche. Dabei verursacht nicht jede Wirbelfraktur eindeutige Schmerzen. Beschwerdefreiheit ist deshalb kein zuverlässiger Belastungstest.
Für eine individuelle Einschätzung des Freizeittanzens besprichst du einmal mit deiner behandelnden ärztlichen Fachperson die bisherigen Brüche, den aktuellen Befund und die vorgesehenen Figuren. Sprünge, tiefe Rumpfbeugungen und Partnerzug sind dabei aussagekräftiger als nur der Kursname. Neu auftretende deutliche Rückenschmerzen, besonders nach einer kleinen Belastung oder einem Sturz, sind ein Anlass, das Tanzen zu unterbrechen und zeitnah medizinisch abklären zu lassen.
Eine vermutete oder frische Fraktur gehört nicht in eine Probestunde. Diese Einordnung betrifft die Knochenbelastung, nicht deine Fähigkeit, einen Takt zu hören oder Schritte zu lernen.


