Erfahrungsangaben brauchen einen konkreten Bezug
Wenn du in Nürnberg einen Tanzpartner suchst, begegnen dir Angaben wie „Mittelstufe“, „fortgeschritten“ oder „seit Jahren dabei“. Sie beschreiben zunächst einen Lernweg. Ob jemand den Takt zuverlässig hält, neue Bewegungen versteht oder nur vertraute Folgen abrufen kann, bleibt dabei offen. Kursbezeichnungen sind außerdem nicht überall gleich aufgebaut: Derselbe Name kann unterschiedliche Inhalte bezeichnen.
Aussagekräftiger wird Erfahrung durch ihren Bezug: Welcher Tanz, welche Rolle und welche Art des Tanzens sind gemeint? Wer lange Salsa tanzt, bringt nicht automatisch dieselbe Routine in Rumba mit. Wer eine feste Folge sicher kennt, kann bei frei verbundenen Figuren noch Orientierung brauchen. Umgekehrt kann jemand mit kleinem Figurenrepertoire ausgesprochen klar und musikalisch tanzen.
Auch die Art der bisherigen Praxis zählt. Wechselnde Begleitungen verlangen, Signale ohne eingespielte Abkürzungen zu verstehen. Eine langjährige feste Partnerschaft entwickelt dagegen oft sehr genaue gemeinsame Abstimmungen. Beides ist wertvolle Erfahrung, aber nicht dieselbe.
Deshalb beschreibt ein konkretes Beispiel den Kenntnisstand besser als ein Etikett: „Ich bleibe bei einfachen Figuren im Takt, bei Richtungswechseln verliere ich manchmal den Gewichtswechsel.“ Damit wird eine Fähigkeit sichtbar und zugleich die Stelle, an der Lernen sinnvoll wäre.






