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Draußen tanzen5 Minuten

Open Air tanzen in Zürich: Offen heißt nicht frei

Von Mary De LucaStand

Kurz gesagt
  • Beim Open Air tanzen in Zürich unterscheiden sich organisierte Veranstaltungen und informelle Treffen durch ihren verbindlichen Rahmen.
  • Eine organisierte Veranstaltung kann Einlassregeln haben, auch wenn ihre Tanzfläche unter freiem Himmel liegt.
  • Im öffentlichen Raum teilst du den Platz mit anderen; freie Zugänglichkeit bedeutet keine reservierte Tanzfläche.
  • Ein geeigneter Boden und ein sicherer Rückzug bei Wetterwechsel sind bei beiden Formen nicht automatisch vorhanden.

Draußen kann ein Lied beginnen, während neben dir jemand sein Fahrrad schiebt. Genau diese Nähe zum Alltag macht den Reiz aus, verlangt aber andere Erwartungen als eine eigens eingerichtete Tanzfläche.

DefinitionInformelles Tanzen

Informelles Tanzen ist eine selbst organisierte Zusammenkunft ohne verbindlichen Veranstaltungsrahmen, bei der Menschen gemeinsam zur Musik tanzen. Eine spontane Runde im öffentlichen Raum ist deshalb nicht automatisch eine angekündigte Party.

Der Zugang folgt dem Rahmen, nicht dem fehlenden Dach

Wenn du in Zürich draußen tanzen möchtest, ist die wichtigste Unterscheidung organisatorisch: Hat jemand einen Anlass mit definierten Bedingungen eingerichtet, oder treffen sich Menschen ohne solchen Rahmen? Dass Tanz in den öffentlichen Raum gehört, war bereits ein Ziel des 2006 gegründeten Festivals Zürich Tanzt. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede zugängliche Außenfläche zum frei nutzbaren Veranstaltungsort wird.

Bei einer organisierten Open-Air-Tanzveranstaltung sind Musik und Ablauf Teil eines angekündigten Angebots. Einlasskontrolle, Anmeldung oder eine begrenzte Teilnahme können dazugehören. Öffentlich sichtbar ist nicht dasselbe wie ohne Bedingungen zugänglich. Ein abgegrenzter Tanzbereich kann außerdem verhindern, dass Durchgangsverkehr mitten durch die Tanzenden führt.

Bei einem informellen Treffen fehlt diese Trennung häufig. Andere Menschen gehen vorbei, halten sich dort auf oder möchten denselben Raum nutzen. Du kannst mit deiner Begleitung tanzen, ohne daraus einen Anspruch auf die ganze Fläche abzuleiten. Einladend wirkt eine kleine Runde, die Durchgänge offen lässt und niemanden ungefragt einbezieht. Eine Clubnacht in Zürich hat dagegen einen anderen räumlichen Rahmen; ihre Bedingungen lassen sich nicht einfach auf draußen übertragen.

Auch eine Überdachung macht aus einer Außenfläche noch keinen wetterfesten Veranstaltungsort mit sicherem Rückzug.
Auch eine Überdachung macht aus einer Außenfläche noch keinen wetterfesten Veranstaltungsort mit sicherem Rückzug.

Der Boden verändert die Bewegung, nicht nur die Schuhe

Ein glatter Eindruck reicht nicht aus, um einen Untergrund als Tanzboden einzuordnen. Steinplatten können Fugen haben, Asphalt kann rau sein, und auf einem harten Belag fehlt die Nachgiebigkeit eines geeigneten Saalbodens. Eine organisierte Veranstaltung kann eine zusätzliche Tanzfläche bereitstellen. Das gehört aber nicht automatisch zur Bezeichnung Open Air.

Besonders deutlich wird der Unterschied bei Drehungen: Haftet der Schuh stark, bleibt der Fuß stehen, während sich der Oberkörper weiterbewegt. Die Drehung belastet dann das Bein, statt über die Sohle zu gleiten. Auf solchem Untergrund ist eine Wendung über mehrere kleine Schritte sinnvoller. Auf losem Kies oder unebenem Gras wird schon das verlässliche Verlagern des Gewichts schwieriger.

Auch der Platzbedarf verändert sich. Ein großer Rückwärtsschritt kann auf einer Fuge landen oder in einen Durchgang führen. Die passende Bewegung entsteht aus dem verfügbaren Boden und Raum. Du musst draußen also nicht deine komplette Figurensammlung abrufen. Wenn du dir beim Aufschreiben von Tanzschritten auch geeignete kleine Varianten notieren möchtest, nutze dafür die verlinkte Anleitung zur Tanznotiz.

Den Untergrund richtig behandeln

So ja

  • Bei haftendem Boden mit kleinen Schritten herumgehen
  • Fugen mit dem ganzen Fuß übersteigen
  • Taschen außerhalb der Bewegungsfläche abstellen
  • Sprünge auf hartem Boden durch Schritte ersetzen

So nicht

  • Den Körper über einem feststehenden Fuß verdrehen
  • Mit schmalen Absätzen in Fugen treten
  • Taschen als Hindernisse auf der Tanzfläche verteilen
  • Die Sprungfolge vom Saal unverändert übernehmen

Eine Veranstaltung organisiert den Rahmen; wie viel Platz dein nächster Schritt braucht, bleibt trotzdem deine Entscheidung.

Redaktion für Tanzratgeber

Wetterschutz besteht aus mehr als einer Abdeckung

Unter freiem Himmel verändert das Wetter nicht nur den Komfort, sondern den nutzbaren Rahmen. Seitlicher Regen kann unter eine Überdachung gelangen, Wind kann lose Gegenstände bewegen, und ein Wetterumschwung kann aus einem gut geplanten Tanzmoment eine notwendige Unterbrechung machen. Ein Dach über der Fläche beantwortet deshalb noch nicht die Frage, wohin du bei einer gefährlichen Wetterlage ausweichen kannst.

Bei einer organisierten Veranstaltung gehören Entscheidungen über Unterbrechung und Fortsetzung zum Verantwortungsbereich der Veranstaltenden. Du folgst ihren Ansagen, statt auf eigene Faust unter einer Konstruktion weiterzutanzen. Bei einem informellen Treffen müsst ihr selbst aufhören und einen geeigneten sicheren Innenraum aufsuchen. Bei Gewitter bieten Bäume, offene Unterstände und leichte Pavillons keinen verlässlichen Schutz.

Für die Bewegung kommt ein weiterer Unterschied hinzu: Wer warm getanzt hat, kann während einer längeren Pause auskühlen. Eine zusätzliche Kleidungsschicht ist dann nützlicher als noch ein Lied ohne Unterbrechung. Bei Hitze helfen Trinkpausen und geringere Belastung. Diese Anpassungen gehören zum Tanzen draußen, auch wenn die Musik weiterläuft. Ein guter Abend muss nicht bis zum letzten möglichen Takt dauern.

Zwei Formen, zwei Freiheiten

Veranstaltung

Ein gemeinsamer Rahmen

Du schließt dich einem angekündigten Angebot an

Ein organisierter Anlass gibt deiner Verabredung einen Bezugspunkt: Ihr kommt zum selben Angebot und erwartet denselben Rahmen. Dafür richtest du dich nach den Bedingungen der Veranstaltung und kannst den Ablauf nicht allein verändern.

Treffen

Ein selbst gestalteter Moment

Ihr bestimmt eure kleine Tanzrunde gemeinsam

Bei einem informellen Treffen könnt ihr eure Musikauswahl und die Länge eurer Runde selbst gestalten. Dafür liegt die Abstimmung bei euch: mit den Tanzenden ebenso wie mit Menschen, die den öffentlichen Raum anders nutzen.

Häufige Fragen

  1. Du kannst draußen auch allein tanzen, sofern Nutzung und Veranstaltungsrahmen das zulassen. Freie Bewegung benötigt keine feste Paarbildung. Auch dabei zählt dein Bewegungsradius: Ausgestreckte Arme und Schritte rückwärts brauchen Platz, den du nicht allein durch das Aufstellen eines Lautsprechers beanspruchen kannst.

Draußen tanzt du besser abgestimmt

Auf udansa connect findest du Menschen in Zürich, mit denen du eine kleine Tanzrunde draußen verabreden kannst. Beschreibe dabei, ob du einen organisierten Anlass besuchen oder informell gemeinsam tanzen möchtest.

Draußen tanzt du besser abgestimmt