Hebelgesetze statt Muskelkraft nutzen
Im Showtanz und in der Partnerakrobatik entscheidet nicht die rohe Muskelkraft darüber, ob eine Hebung mühelos aussieht oder zum Zitterpartie-Moment wird. Es ist die Physik der Hebelgesetze. Wenn ein Paar deutliche Unterschiede in Körpergröße und Gewicht aufweist, verschieben sich die anatomischen Drehpunkte. Ein Standardgriff, der bei gleich großen Paaren hervorragend funktioniert, führt bei einer großen Differenz oft dazu, dass sich die Hüften blockieren oder der Flieger ins Hohlkreuz ausweichen muss. Um Verletzungen zu vermeiden, solltet ihr eure Grifftechnik gezielt anpassen.
Für den Träger ist es bei einem großen Größenunterschied essenziell, die Hebelwirkung durch einen tieferen Stand auszugleichen. Wer tiefer in den Knien arbeitet, senkt seinen eigenen Schwerpunkt und kann die Hüfte des kleineren Partners stabiler fixieren. Gleichzeitig muss der Flieger eine extreme Körperspannung als Flieger aufbauen, um nicht in sich zusammenzusacken. Die richtige Abstimmung sorgt dafür, dass das Gewicht optimal auf die tragenden Knochenstrukturen abgeleitet wird, statt die Muskulatur des Unterpartners im Lendenwirbelbereich zu überlasten.



