Die Entstehung der Kinesphäre durch Rudolf von Laban
Der Begriff der Kinesphäre geht auf den ungarischen Tänzer, Choreografen und Theoretiker Rudolf von Laban zurück. Er entwickelte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Laban-Bewegungsanalyse, ein bahnbrechendes System zur Beschreibung und Strukturierung von menschlicher Bewegung im Raum. Innerhalb dieser Theorie beschreibt die Kinesphäre den Raum, der den Körper unmittelbar umgibt. Du kannst sie dir wie eine unsichtbare, dreidimensionale Kugel vorstellen, deren Zentrum dein eigener Körperschwerpunkt im Becken bildet. Die äußere Grenze dieser Kugel wird durch die maximale Reichweite deiner Arme und Beine definiert, ohne dass du deinen Standpunkt verlässt.
In der Laban-Bewegungsanalyse wird dieser persönliche Raum geometrisch präzise vermessen. Laban nutzte dafür das Modell des Ikosaeders, eines regelmäßigen Körpers mit zwanzig Dreiecksflächen. Durch die Orientierung an den Ecken und Kanten dieses geometrischen Körpers können Tänzer Richtungen und Orientierung im Raum exakt definieren. Für den modernen Tanz bedeutet das: Der Raum ist kein leerer, ungenutzter Hintergrund, sondern ein aktiver Partner, den du mit deinen Gliedmaßen strukturierst, teilst und formst.




