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Ballpraxis5 Minuten

Walzer beim Abiball: Mit bekannten Schritten frei tanzen

Von Bernhard De LucaStand

Kurz gesagt
  • Beim freien Walzer nach der Abiballeröffnung bestimmt jedes Paar seine eigene Folge aus bereits bekannten Schritten.
  • Die Musik gibt weiterhin den Takt vor, aber die Nachbarpaare sind keine Vorlage mehr.
  • Die führende Person bietet den nächsten bekannten Übergang an, die folgende Person reagiert auf die gemeinsame Bewegung.
  • Du brauchst keine neuen Figuren, sondern passende Übergänge und genug Platz für eure nächsten Schritte.

Eben waren alle Drehungen gleichzeitig, jetzt zieht das Paar neben euch in eine andere Richtung. Dieser Moment kann sich wie eine vergessene Stelle anfühlen, obwohl ihr gerade zum ersten Mal selbst über eure Folge entscheidet.

DefinitionFigurenübergang

Ein Figurenübergang ist die Verbindung zwischen zwei Tanzfiguren, bei der Fußposition, Gewichtsverteilung und Bewegungsrichtung zusammenpassen. Er ermöglicht dir, ohne zusätzlichen Suchschritt weiterzutanzen.

Die Eröffnungsfolge ist keine Vorschrift mehr

Eine einstudierte Folge liefert dir zwei Arten von Orientierung: Du kennst deine Schritte und weißt, wann sie dran sind. Beim freien Walzer fällt die zweite Hilfe weg. Die Schritte bleiben dieselben, aber ihre Reihenfolge entsteht im Paar. Wenn rechts von euch jemand früher dreht, habt ihr deshalb keinen Einsatz verpasst.

Bei der Eröffnung kann eine gemeinsame Formation festlegen, wohin alle gehen. Danach bewegen sich die Paare unabhängig voneinander. Gleichzeitig zur Musik tanzen bedeutet jetzt nicht mehr, gleichzeitig dieselbe Figur zu tanzen. Ihr könnt also eine vertraute Kombination wiederholen, während neben euch eine andere getanzt wird.

Das verändert auch den Umgang mit einer Erinnerungslücke. In einer Choreografie fehlt nach einer vergessenen Stelle womöglich der Anschluss an die Gruppe. Im freien Tanz gibt es diese gemeinsame Anschlussstelle nicht. Entscheidend ist, welche bekannte Fortsetzung aus eurer aktuellen Position möglich ist. Die ausführlichere Einordnung zum Walzer auf dem Ball hilft dir, Figurenwissen und Orientierung auf der Tanzfläche auseinanderzuhalten.

Vom Rand aus erkennst du freie Wege oft besser als mitten zwischen den drehenden Paaren.
Vom Rand aus erkennst du freie Wege oft besser als mitten zwischen den drehenden Paaren.

Bekannte Übergänge ersetzen die auswendig gelernte Reihe

Frei tanzen heißt nicht, jeden Schritt neu zu erfinden. Du nutzt Verbindungen, die ihr bereits kennt. Endet eine Figur mit Gewicht auf einem bestimmten Fuß, muss der Beginn der nächsten dazu passen. Auch eure Ausrichtung spielt mit: Eine vertraute Drehung fühlt sich anders an, wenn ihr sie aus einer ungewohnten Position erzwingen wollt.

Darum reicht es nicht, die Namen mehrerer Figuren zu kennen. Eine sicher getanzte kleine Kombination ist brauchbarer als eine lange Auswahl ohne passende Anschlüsse. Beim Verbinden von Figuren im Langsamen Walzer wird dieses Zusammenspiel von Schritten und Musik genauer erklärt. Für den freien Tanz verwendest du davon nur die Verbindungen, die ihr tatsächlich beherrscht.

Die führende Person wählt eine mögliche Fortsetzung und macht sie durch Bewegung verständlich. Die folgende Person muss diese Entscheidung nicht vorab erraten. Wer gedanklich schon die nächste Eröffnungsfigur vorbereitet, reagiert manchmal früher als das Gegenüber. Eine kurze, wiederholbare Kombination lässt beiden mehr Aufmerksamkeit für das gemeinsame Tanzen. Abwechslung entsteht auch durch den Weg auf der Fläche, nicht ausschließlich durch zusätzliche Figuren.

Woran du freies Tanzen erkennst

So ja

  • Bekannte Figuren mit passenden Übergängen wiederholen
  • Auf die Bewegung im eigenen Paar reagieren
  • Den nächsten Weg anhand der freien Fläche wählen
  • Nach einem Fehler wieder gemeinsam weitergehen

So nicht

  • Für Abwechslung unbekannte Figuren ausprobieren
  • Die Drehung des Nachbarpaars als Signal übernehmen
  • Die frühere Aufstellungsposition wieder ansteuern
  • Verpasste Schritte im Eiltempo nachholen

Eine bekannte Figur darf wiederkommen, ohne dass du damit beim freien Tanzen etwas falsch machst.

Redaktion für Tanzratgeber

Eure Folge richtet sich nach dem tatsächlichen Weg

Nach der Eröffnung ist die Tanzfläche kein Raster mehr. Ein Paar kommt langsamer voran, ein anderes dreht weiter, ein drittes unterbricht kurz. Deine Erinnerung an die frühere Aufstellung sagt deshalb nichts darüber aus, wo beim nächsten Takt Platz sein wird. Die Richtung der umliegenden Paare wird wichtiger als ihr damaliger Standort.

Für eure bekannten Schritte bedeutet das: Eine größere Fortbewegung braucht einen erkennbar freien Weg. Wird dieser enger, könnt ihr die Schrittlänge anpassen, sofern eure Figur dabei kontrolliert bleibt. Kleinere Schritte sind jedoch kein Freibrief, eine Drehung zwischen zwei Paare zu drücken. Fehlt eine sichere Fortsetzung, hat die Vermeidung einer Kollision Vorrang vor dem lückenlosen Durchtanzen.

Ihr müsst auch nicht jede Lücke sofort nutzen. Hinter einem Paar mit ähnlichem Bewegungsfluss bleibt euer Weg oft übersichtlicher, als wenn ihr quer über die Fläche abkürzt. Der Zusammenhang von Schritten und Wechseln im Wiener Walzer erklärt passende Verbindungen innerhalb dieses Tanzes. Beim Abiball bleibt eure Auswahl auf das beschränkt, was ihr gemeinsam sicher tanzt.

Zwei Rollen, eine gemeinsame Fortsetzung

Führen

Eine Fortsetzung anbieten

Du wählst aus, was ihr beide schon könnt.

Deine Entscheidung berücksichtigt die Position nach der letzten Figur und den freien Weg. Du kündigst die Fortsetzung durch deine Bewegung an, statt die andere Person mit den Armen in eine Richtung zu schieben.

Folgen

Die Fortsetzung wahrnehmen

Du bleibst bei der tatsächlichen Bewegung.

Du wartest nicht auf eine angesagte Figur, sondern spürst Richtung und Gewichtswechsel im Paar. Deine eigene Balance ermöglicht dir, auf die angebotene Fortsetzung zu reagieren, ohne die nächste Stelle der Eröffnungsfolge vorwegzunehmen.

Häufige Fragen

  1. Ja, du darfst eine bekannte Walzerfigur wiederholen, solange ihre Fortsetzung zum freien Weg und zu eurer Position passt. Wiederholung ist beim freien Tanzen normal. Eine Figur lässt sich allerdings nicht beliebig an jede andere anhängen, weil Ausgangsfuß und Bewegungsrichtung zusammenpassen müssen.

Walzer im Paar sicher verbinden

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