Wie Bewegung im Raum das Gehirn formt
Wenn Kinder tanzen, tun sie weit mehr als nur Schritte zur Musik auszuführen. Sie setzen sich aktiv mit dem sie umgebenden Raum auseinander. Jeder Schritt nach vorn, jeder Sprung zur Seite und jedes Drehen um die eigene Achse erfordert eine ständige Anpassung des Körpers an die Umgebung. Die Raumorientierung beim Kinder-Tanzen wird zu einem dynamischen Lernprozess, bei dem das Kind lernt, Abstände einzuschätzen, Richtungen zu wechseln und Hindernissen instinktiv auszuweichen.
Diese spielerische Erkundung bildet das Fundament für die visuell-räumliche Wahrnehmung. Tanzpädagogen nutzen gezielte Spiele, bei denen die Kleinen mal ganz groß wie Riesen den gesamten Saal ausfüllen und sich im nächsten Moment wie winzige Mäuse in einer Ecke zusammenziehen müssen. Durch diesen ständigen Wechsel der Dimensionen begreifen Kinder die Konzepte von Nähe, Distanz, oben, unten, links und rechts nicht als abstrakte Begriffe, sondern als körperlich erlebbare Realität.



