Zwei Welten unter dem Dach des Streetdance
Wer zum ersten Mal Videos von urbanen Tänzerinnen und Tänzern sieht, wirft oft alle Bewegungen in einen großen Topf namens Streetdance. Doch hinter den Kulissen verbirgt sich eine faszinierende Vielfalt eigenständiger Disziplinen. Um den Unterschied zwischen Popping und Locking wirklich zu verstehen, hilft ein Blick auf die grundlegende Dynamik der beiden Stile. Während beide in der Ära der Funk-Musik an der US-Westküste entstanden sind und oft fälschlicherweise als "Pop-Locking" zusammengefasst werden, verfolgen sie völlig gegensätzliche Bewegungsprinzipien. Locking ist laut, cartoonhaft, extrem ausdrucksstark und lebt von rasanten Stopps. Popping hingegen wirkt oft fast übernatürlich, flüssig und wird von harten, mechanischen Muskelkontraktionen angetrieben.
Die Verwirrung rührt meist daher, dass beide Tanzstile zu den sogenannten Funk Styles gehören. Wer tiefer in die Materie einsteigt, merkt jedoch schnell, dass die urbane Tanzwelt im Überblick extrem feine Grenzen zieht. Locking-Tänzer nutzen die Schwerkraft und den Schwung ihrer Glieder, um explosive Akzente zu setzen. Popping-Tänzer hingegen kontrollieren jeden einzelnen Muskel unabhängig voneinander, um optische Illusionen zu erzeugen. Beide Stile erfordern jahrelanges Training, basieren aber auf völlig unterschiedlichen koordinativen Fähigkeiten.




