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Rollenarbeit6 Minuten

Eine Burlesque Bühnenfigur entwickeln: Wunsch und Wandel

By Bernhard De LucaUpdated

In short
  • You develop a burlesque character by giving them a specific desire and an inner conflict.
  • A recognizable attitude connects your character’s choices without making body shape or gender a prerequisite.
  • A small change shows how your character responds to an obstacle without completely changing who they are.
  • You try out the character in a short scenario, then write down their most clearly expressed traits.

Ein prächtiges Kostüm kann Aufmerksamkeit bekommen, aber es entscheidet noch nicht, wer da auftritt. Interessant wird deine Figur dort, wo sie etwas unbedingt möchte und sich dabei selbst im Weg steht.

Das brauchst du für die Rollenarbeit

  • Eine freie Fläche für wenige sichere Schritte
  • Bequeme Kleidung und standsichere Schuhe
  • Papier oder Notizbuch und ein Stift
  • Eine alltägliche Situation als Ausgangspunkt
  • Eine Aufnahmeoption oder eine beobachtende Person

Ein Wunsch macht aus Eigenschaften eine spielbare Figur

„Glamourös“, „frech“ oder „geheimnisvoll“ beschreiben einen Eindruck. Sie sagen dir noch nicht, was du auf der Bühne tun kannst. Ein Wunsch gibt deiner Burlesque Persona dagegen eine Richtung: Sie möchte bewundert werden, eine Einladung erhalten oder beweisen, dass sie ohne Unterstützung auskommt. Wähle für die Probe ein Ziel, dessen Erreichen oder Verfehlen du erkennen kannst.

Der Widerspruch entsteht, wenn eine zweite Eigenschaft dieses Ziel erschwert. Deine Figur möchte dazugehören, hält aber jede Einladung für unter ihrer Würde. Damit hat dieselbe Situation zwei Zugkräfte. Du spielst beide Bedürfnisse, statt zwischen zwei beliebigen Stimmungen zu wechseln. Eine wiedererkennbare Haltung kann daraus folgen: Die Figur beansprucht selbstverständlich Raum, auch wenn sie gerade unsicher wird.

Für diese Anleitung ist dein Burlesque Charakter eine konkrete Rolle; eine länger verwendete Persona kann mehrere solcher Situationen tragen. Beides darf sich von deinem Alltag unterscheiden. Geschlecht, Alter, Körperform und erotische Ausstrahlung schreiben weder Wunsch noch Verhalten vor. Auch die Bildsprache klassischer Burlesque und Neo-Burlesque liefert Anregungen, aber keine verpflichtende Persönlichkeit. Ein Bühnenname oder eine ausgedachte Lebensgeschichte kann später hinzukommen. Zum ersten Spielen brauchst du beides nicht.

Ein Kostümteil wird erst dann zur Figurenentscheidung, wenn du ihm eine Bedeutung für die Rolle gibst.
Ein Kostümteil wird erst dann zur Figurenentscheidung, wenn du ihm eine Bedeutung für die Rolle gibst.

In sieben Schritten zu deiner spielbaren Figur

  1. Einen konkreten Wunsch aufschreiben

    Vervollständige den Satz „Meine Figur will heute …“ mit einem erreichbaren Ziel, etwa eine Einladung bekommen. Vermeide „selbstbewusst sein“: Das ist ein Zustand, kein Ziel; gelungen ist der Satz, wenn du dir eine Situation mit erkennbarem Ergebnis vorstellen kannst.

  2. Eine widersprüchliche Regel ergänzen

    Schreibe daneben: „Dabei darf sie auf keinen Fall …“, zum Beispiel bedürftig erscheinen. Wunsch und Regel sollen miteinander kollidieren; du hast einen brauchbaren Konflikt, wenn die Figur zum Erreichen ihres Ziels etwas riskieren müsste, das sie vermeiden möchte.

  3. Eine Grundhaltung festlegen

    Wähle einen Satz über ihr Verhältnis zur Umgebung, etwa „Dieser Raum gehört selbstverständlich mir“. Probiere dazu eine angenehme, aufgerichtete Körperorganisation aus; gelungen ist sie, wenn sie ohne Verkrampfung wiederholbar bleibt und zu deinen eigenen Bewegungsmöglichkeiten passt.

  4. Eine kleine Situation bestimmen

    Setze die Figur in eine einzige überschaubare Lage: Eine Einladung liegt bereit, doch sie müsste ihre eigene Zurückhaltung aufgeben. Beschreibe Ausgangslage und Hindernis in zwei Sätzen; für diese Probe brauchst du weder Musikwechsel noch den Ablauf eines vollständigen Acts.

  5. Eine begrenzte Veränderung wählen

    Entscheide, welche ihrer Regeln die Figur ein wenig lockert: Sie nimmt die Einladung an, behauptet aber weiterhin, sie brauche niemanden. Die Veränderung passt, wenn der ursprüngliche Wunsch bestehen bleibt und du die Figur am Ende noch wiedererkennst.

  6. Explore the situation physically

    First, act out the situation without explanatory commentary or a new costume. Use only movements you can perform confidently. A recording or an observer can show you whether your choices work together or simply look like different poses.

  7. Capture the character's core on a card

    After the rehearsal, write down the desire, contradiction, basic attitude and change in one sentence each. Cross out traits that had no effect while playing the role; your card is useful if it helps you take on the same role again in a different everyday situation.

Entscheidungen statt Etiketten

So ja

  • „Eine Einladung erhalten“ als erreichbares Ziel notieren
  • Das Hindernis aus einer Regel der Figur ableiten
  • Eine körperlich angenehme Grundhaltung wählen
  • Nur eine Entscheidung innerhalb der Szene verändern

So nicht

  • „Sexy und stark“ als vollständiges Ziel notieren
  • Beliebige Probleme ohne Bezug zur Figur hinzufügen
  • Schmerzen oder starre Spannung als Ausdruck erzwingen
  • Für jeden neuen Moment eine andere Persönlichkeit spielen

Deine Probe zum Abhaken

Vor dem Spielen

Entwurf

Nach dem ersten Durchlauf

Beobachtung

Nach der Überarbeitung

Sicherung

Frequently Asked Questions

  1. No, your burlesque character can have different desires, rules, and ways of interacting than you do. You can use familiar experiences as material without acting out private experiences. A simple distinction can help you get started: You like to share, while your character claims everything for themself. This creates a playable distance between the person and the role.

Gib deiner Figur ein Gegenüber

Auf udansa findest du Kontakte für gemeinsame Tanzproben. Mit einer beobachtenden Person kannst du erproben, welche Entscheidungen deiner Figur sichtbar werden, bevor du sie erklärst.

Gib deiner Figur ein Gegenüber