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Bühnenarchitektur6 Minuten

Wie das Tanzhaus Zürich Architektur und Tanz verbindet

Kirjoittanut Bernhard De LucaPäivitetty

Kurz gesagt
  • Der Neubau des Tanzhauses Zürich von Barozzi Veiga wurde nach dem Brand der früheren Maschinenhalle errichtet.
  • Die frühere Maschinenhalle brannte 2012; der Neubau am Limmatufer wurde 2019 fertiggestellt.
  • Architektur für Tanz muss Bewegungsflächen und körperliche Belastung ebenso berücksichtigen wie die Wirkung eines Gebäudes.
  • Am Tanzhaus Zürich lässt sich der Neubau als räumliche Grundlage für die Entstehung von Tanz verstehen.

Ein Tanzgebäude wirkt auf Fotos oft wie eine ruhige Hülle. Sobald Körper darin beschleunigen, landen oder einander ausweichen, werden seine Grenzen spürbar: Der Raum beteiligt sich an jeder Bewegung.

DefinitionBewegungsraum

Bewegungsraum bezeichnet den Platz, den ein Körper für eine Bewegung einschließlich ihrer Wege, Ausdehnung und Sicherheitsabstände benötigt. Er reicht beim Tanzen über die Stelle hinaus, an der die Füße gerade stehen.

Der Brand führte zu einem Neubau am Limmatufer

Die Baugeschichte des Tanzhauses Zürich hat einen klaren Einschnitt: 2012 zerstörte ein Brand die frühere Maschinenhalle. Danach entstand am Ufer der Limmat ein Neubau des Büros Barozzi Veiga, der 2019 fertiggestellt wurde. An der Wasserwerkstrasse im Letten wurde damit nicht einfach eine bestehende Halle neu eingerichtet. Es entstand ein neues Gebäude für den Zusammenhang von Tanz, Choreografie und Performance.

Der Unterschied zwischen Umbau und Neubau ist für dein Verständnis wichtig. Bei einer Umnutzung gibt ein vorhandener Bau vieles vor: etwa die Form der Räume, Zugänge und bauliche Grenzen. Ein Neubau eröffnet grundsätzlich die Möglichkeit, solche Beziehungen für die vorgesehene Nutzung zu entwerfen. Auch er bleibt an seinen Standort und dessen Bedingungen gebunden.

Beim Tanzhaus treffen deshalb zwei Perspektiven aufeinander: die Geschichte eines verlorenen Arbeitsortes und die Frage, welchen Raum Tanz braucht. Die Architektur ist hier auch unter dem Gesichtspunkt der Bewegung zu betrachten. Ein Gebäude für Tanz muss Körper und ihre Wege aufnehmen können, bevor eine fertige Aufführung entsteht. Wie sich das Haus in die übrige Bühnengeschichte einordnet, zeigt der Überblick zu Tanzaufführungen und Bühnen in Zürich.

Eine Landung macht spürbar, was sich aus der Farbe eines Bodens nicht ablesen lässt.
Eine Landung macht spürbar, was sich aus der Farbe eines Bodens nicht ablesen lässt.

Der Körper braucht mehr als eine leere Fläche

Ein leerer Raum sieht zunächst großzügig aus. Für Tanz zählt jedoch nicht nur, wie viel Fläche frei bleibt. Stell dir eine Bewegung vor, die mit einem tiefen Ausfallschritt beginnt, in eine Drehung übergeht und mit ausgestreckten Armen endet. Der Körper benötigt dabei seitlichen Abstand, Platz über dem Kopf und einen Weg für die Gewichtsverlagerung. Die Ausgangsposition allein sagt wenig über den tatsächlichen Bewegungsraum.

Das wird besonders deutlich, wenn mehrere Menschen gleichzeitig arbeiten. Eine Person bleibt stehen, während eine andere diagonal durch den Raum läuft. Ihre Wege können sich kreuzen, obwohl beide zu Beginn weit auseinander stehen. Raumplanung für Tanz betrifft deshalb auch Sichtbeziehungen und die Möglichkeit, sich ohne Hindernisse neu zu orientieren.

Hinzu kommt der Kontakt zum Boden. Die Oberfläche beeinflusst Halt und Gleiten; der Aufbau darunter beeinflusst, wie Kräfte bei einer Landung aufgenommen werden. Das sind unterschiedliche Eigenschaften. Zu viel Haftung kann eine Drehung erschweren, zu wenig Halt einen Gewichtswechsel unsicher machen. Wie stark der Körper dabei arbeitet, erklärt auch der Beitrag über die Muskelarbeit beim Tanzen. Für den Blick auf Tanzarchitektur folgt daraus: Eine schöne Fläche ist noch keine ausreichende Beschreibung eines geeigneten Arbeitsraums.

Woran du tanzgerechten Raum erkennst

So ja

  • Bei einer Drehung auch den Weg der Arme betrachten
  • Bei einer Landung Belag und Unterbau unterscheiden
  • Einen schmalen Durchgang als Grenze des Bewegungsraums erkennen

So nicht

  • Nur die Standfläche der Füße als Platzbedarf ansehen
  • Aus der Bodenfarbe auf die Dämpfung schließen
  • Jede freie Fläche für große Bewegungen geeignet halten

Ein Raum für Tanz muss auch die Bewegung aufnehmen können, die beim ersten Versuch noch nicht gelingt.

udansa-Redaktion

Arkkitehtuuri on mukana myös keskeneräisessä koreografiassa

Esityksessä nähdään yleensä valittu, harjoiteltu versio. Koreografian syntyessä sama liikesarja näyttää erilaiselta: joku pysähtyy kesken pyörähdyksen, palaa takaisin ja aloittaa uudelleen. Toinen henkilö tarkkailee ensin ja tulee myöhemmin mukaan. Tanssille suunnitellussa arkkitehtuurissa on otettava huomioon tällaiset muuttuvat tilanteet. Se luo olosuhteet, joissa liikettä voidaan kehittää.

Tässä erotetaan kaksi tilaan liittyvää tarvetta. Keskittynyttä työskentelyä helpottaa ympäristö, jossa liikeradat pysyvät hahmotettavina ja keskeytykset eivät jatkuvasti kulje työskentelyalueen poikki. Työskentelyn, tarkkailun ja taukojen välillä siirtymisessä tärkeät ovat kulkureitit. Esimerkiksi oviaukosta voi tulla pullonkaula, jos siellä odotetaan samalla, kun toiset poistuvat huoneesta. Tällaiset arkipäiväiset tilanteet selittävät, miksi tanssirakennusta ei voi ymmärtää pelkästään sen suurimman vapaan tilan kautta.

Tanzhaus Zürichissä tämä yleinen näkökulma yhdistyy konkreettiseen rakennushistoriaan: konehallin menettämistä seurasi uudisrakennus Limmatin rannalla. Arkkitehtoninen kokonaisuus ulottuu rakennuksen sijainnista yksittäisen kehon tilantarpeeseen. Rakennuksen vaippa ei määrää koreografiaa. Se kuitenkin asettaa tilalliset ehdot, joihin tanssijat liikkeillään reagoivat. Näin arkkitehtuuria ja tanssia voi tarkastella yhdessä rinnastamatta rakennusta siellä syntyvään teokseen.

Das Gebäude hat zwei räumliche Aufgaben

Innen

Platz für den unfertigen Versuch

Der Körper braucht Spielraum

Bei einer Probe wird eine Bewegung angehalten, verändert und erneut begonnen. Der Raum muss deshalb auch Umwege und Korrekturen zulassen. Eine Choreografie beansprucht während ihrer Entstehung andere Wege als in ihrer fertigen Fassung.

Außen

Ein Bau in seiner Umgebung

Der Standort gibt einen Zusammenhang

Von außen wird ein Tanzgebäude zunächst als Teil seiner Umgebung wahrgenommen. Am Limmatufer gehört zum Verständnis des Tanzhauses Zürich deshalb auch seine Lage. Du kannst den Bau als räumliche Antwort auf einen Ort betrachten, ohne darin bereits eine Aufführung zu sehen.

Häufige Fragen

  1. Der Neubau des Tanzhauses Zürich wurde vom Büro Barozzi Veiga entworfen. Er entstand nach dem Brand der früheren Maschinenhalle und wurde 2019 fertiggestellt. Damit bezeichnet der Name einen konkreten Neubau und nicht bloß eine Umgestaltung der alten Halle.

Tanzkurse in Zürich

Wenn du räumliche Wirkung selbst erleben möchtest, findest du auf udansa Tanzkurse in Zürich.

Bewegungsraum wird beim Tanzen spürbar

Auf udansa findest du Tanzkurse in Zürich, in denen du selbst mit Richtung, Abstand und Gewichtsverlagerung arbeitest. So bekommt dein Blick auf Tanzräume eine körperliche Erfahrung dazu.

Bewegungsraum wird beim Tanzen spürbar