Der Name bezeichnet einen Ort, keinen Tanzstil
Das Wort tablao ist eine umgangssprachliche Form des spanischen tablado, einer Bretterbühne oder erhöhten Plattform. Im Flamenco bezeichnet es heute einen professionell betriebenen Aufführungsort. Die hölzerne Spielfläche ist dabei nicht bloß Untergrund: Sie lässt die perkussive Fußarbeit hörbar werden. Wie deutlich diese klingt, hängt auch von Bühnenbau und Verstärkung ab.
Als Veranstaltungsform entwickelten sich Tablaos besonders ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, nach der älteren Tradition der Cafés cantantes. Daraus folgt aber kein einheitlicher Bauplan. Ein Tablao kann schlicht oder aufwendig eingerichtet sein, mit Tischbestuhlung oder anderen Sitzordnungen. Entscheidend ist die Ausrichtung auf regelmäßige professionelle Flamenco-Darbietungen, nicht eine bestimmte Dekoration.
Für dich bedeutet das: Tablao sagt zunächst, wo und in welchem Rahmen Flamenco aufgeführt wird. Es benennt weder einen bestimmten Rhythmus noch ein festes Repertoire. Innerhalb eines Programms können unterschiedliche musikalische Formen vorkommen. Wie sich etwa Soleá por Bulerías rhythmisch einordnen lässt, ist eine eigene musikalische Frage. Auch Größe und Ausstattung verraten noch nicht, wie anspruchsvoll ein Tanzbeitrag sein wird.

