Die Tanzfigur muss nicht ihren vollen Weg behalten
Bei Hüftarthrose kann der verfügbare Bewegungsumfang je nach Richtung unterschiedlich sein. Ein weiter Rückwärtsschritt verlangt, dass sich die Hüfte nach hinten öffnet; ein breiter Seitwärtsschritt braucht seitlichen Spielraum. Wenn du dabei den Oberkörper kippst oder das Becken deutlich ausweichend bewegst, passt der vorgegebene Weg möglicherweise nicht zu deinem aktuellen Bewegungsumfang. Das ist kein Anlass, die fehlende Strecke mit Schwung zu erzwingen.
Behalte den Rhythmus, aber verkleinere die Strecke. Bei einer Gehfolge darf der Fuß näher am Körper landen. Die führende Person muss ebenfalls kürzer gehen, sonst entsteht Zug. Am Beispiel der Schrittlänge im Slowfox lässt sich verstehen, warum eine lange Zählzeit keinen besonders großen Schritt verlangt. Das ist eine technische Erklärung, keine Empfehlung für diesen Tanz bei jeder Hüftarthrose.
Für deine Variante gibt es drei Stellschrauben: Schrittlänge, Drehweg und Dauer. Erprobe die zwei Gehrichtungen vorwärts und rückwärts getrennt und ändere pro Versuch nur eine Stellschraube. So lässt sich eine Beschwerdereaktion eher zuordnen. Eine kleinere Figur erlaubt nicht automatisch längeres Tanzen; auch Wiederholungen sammeln Belastung. Die schrittweise Anpassung der Tanzbelastung bleibt deshalb wichtig. Verbindliche Figurengrößen sind für deinen Einstieg weniger geeignet als Folgen, deren Wege du tatsächlich verkürzen kannst.



