Bewegungen haben keine feste Gefühlsübersetzung
Eine ausgebreitete Armbewegung kann sich für dich freudig anfühlen, für jemand anderen aber anstrengend oder aufgesetzt. Ein langsamer Schritt kann Zufriedenheit ausdrücken, ohne traurig zu wirken. Es gibt für diesen privaten Versuch keine verbindliche Zuordnung von Gefühl und Geste. Entscheidend ist, ob deine gewählte Bewegung zu dem Wort passt, das du für dein Gefühl gefunden hast.
Du gestaltest dabei eine Bewegung, nicht deine gesamte Stimmung. Wenn du leichte Freude ausdrücken möchtest, musst du weder fröhlicher werden noch während des Tanzens lächeln. Du kannst dieselbe Seitbewegung kleiner, schneller oder in eine andere Richtung tanzen und die Unterschiede wahrnehmen. Verändere jeweils nur eine Eigenschaft, damit du weißt, worauf dein Eindruck zurückgeht. Auch eine unscheinbare Variante ist ein brauchbares Ergebnis.
Dafür brauchst du keine Choreografie und keine besondere Ausdruckstechnik. Falls du zunächst einfache Schritte kennenlernen möchtest, bietet ein Tanzkurs für Anfänger ohne Vorwissen einen anderen, angeleiteten Einstieg. Dieser Versuch zu Hause oder nach dem Kurs dient weder der Aufführung noch der Bearbeitung belastender Erinnerungen. Tanztherapie als therapeutisches Verfahren hat einen anderen Rahmen. Ein passender Ausdruck ist außerdem kein Nachweis, dass du ein Gefühl verarbeitet hast.



