Auch kleine Schritte verlangen wiederholt Kraft
Beim Tanzen müssen deine Beine nicht nur Strecke machen. Sie tragen dein Gewicht, bremsen Bewegungen ab und drücken dich in den nächsten Schritt. Bei jedem Gewichtswechsel entsteht eine neue Kraftanforderung. Bleiben die Knie dabei länger gebeugt, kommt Haltearbeit hinzu. Deshalb können schwere Beine beim Tanzen auch in einer Folge entstehen, die von außen ruhig aussieht.
Ein Beispiel sind kurze, wiederholte Seitwärtsschritte. Du setzt den Fuß auf, übernimmst Gewicht und entlastest das andere Bein. Wird dieser Ablauf ohne Unterbrechung wiederholt, bekommen die beteiligten Muskeln immer wieder ähnliche Aufgaben. Beim Shuffle im Line Dance liegen mehrere dieser Gewichtswechsel dicht beieinander. Die Belastung kommt hier aus der Wiederholung, nicht aus einem einzelnen spektakulären Schritt.
Muskelzellen benötigen für ihre Arbeit fortlaufend Energie. Unter anhaltender Belastung verändern sich unter anderem die Bedingungen für ihre Erregung und Kontraktion. Zugleich kann das Nervensystem die Muskeln weniger wirksam aktivieren. Zusammen kann das die verfügbare Kraft vorübergehend senken. Muskelermüdung hat deshalb nicht nur eine einzige Ursache. Die Vorstellung, die Beine seien einfach schlagartig „leer“, beschreibt diesen Vorgang nicht besonders gut.




