Klinische Einsatzfelder: Erleben und Beziehung bearbeiten
Der Berufsverband der TanztherapeutInnen Deutschlands beschreibt ein breites Spektrum klinischer und psychosozialer Einsatzfelder. Dazu zählen psychiatrische und psychosomatische Versorgung ebenso wie Suchtbehandlung. Die folgenden Beispiele erläutern typische Aufgaben dieser Bereiche, nicht die Wirksamkeit bei einzelnen Erkrankungen.
In der Psychiatrie wird Tanztherapie in einen Behandlungszusammenhang eingebunden. Körperwahrnehmung, emotionaler Ausdruck und Beziehungserleben können dabei Gegenstand der Arbeit sein. Rückzug, innere Unruhe oder Schwierigkeiten mit Nähe werden nicht nur sprachlich besprochen, sondern auch im körperlichen Erleben zugänglich.
In der Psychosomatik steht die Verbindung zwischen körperlichem und psychischem Erleben im Vordergrund. Beispielsweise lässt sich bearbeiten, wie jemand Anspannung wahrnimmt und eigene Grenzen erlebt. Das bedeutet nicht, körperliche Beschwerden vorschnell psychisch zu erklären.
In der Suchttherapie gehören der Umgang mit Spannung, Impulsen und Beziehungen zu möglichen Aufgaben. Im forensisch-psychiatrischen Bereich, also bei Behandlung unter besonderen rechtlichen und sicherheitsbezogenen Bedingungen, kommt der verbindliche institutionelle Rahmen hinzu. Kontakt, Grenzen und Verantwortung werden dort innerhalb dieses Rahmens bearbeitet. In allen diesen Feldern ergänzt die Bewegungsarbeit andere Behandlungsbestandteile; sie steht nicht losgelöst neben dem Behandlungsteam.





