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Betriebsfinanzen5 Minuten

Liquiditätsplanung für deine Tanzschule: Engpässe erkennen

Von Bernhard De LucaStand

Kurz gesagt
  • Dein Zahlungsplan ordnet Einzahlungen und Auszahlungen dem Monat zu, in dem das Geld tatsächlich fließt.
  • Ferien und Veranstaltungsvorauszahlungen gehören ausdrücklich in die Planung, auch wenn der Unterricht später stattfindet.
  • Der Monatsendbestand ergibt sich aus Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen; gebundene Beträge bleiben separat sichtbar.
  • Bei knappen Monaten ergänzt du einzelne Zahlungstage, damit ein positiver Endbestand keine zwischenzeitliche Lücke verdeckt.

Die Miete wird fällig, während die nächste Kursrunde erst beginnt und Workshopgeld schon auf dem Konto liegt. Im Betriebsalltag sehen diese Beträge ähnlich aus, doch du kannst sie nicht gleichermaßen verplanen.

Diese Unterlagen brauchst du

  • Kontostände und betrieblicher Kassenbestand zum Startdatum
  • Offene Kurszahlungen mit erwartetem Eingangstermin
  • Zahlungstermine für Miete, Honorare und weitere Fixkosten
  • Ferienkalender und Termine geplanter Veranstaltungen
  • Übersicht gebundener Beträge und vorhandener Rücklagen

Zahlungsfähigkeit folgt dem Geldfluss, nicht dem Umsatz

Ein gebuchter Kurs und eine offene Rechnung sind noch kein verfügbares Geld. Für die Liquiditätsplanung deiner Tanzschule zählt deshalb nicht der Unterrichtsmonat, sondern der erwartete Zahlungseingang. Bei Raten erscheinen die einzelnen Eingänge in verschiedenen Monaten. Zahlungen für einen späteren Workshop können dagegen bereits heute auf dem Konto liegen.

Deine Übersicht braucht eine Spalte je Monat und getrennte Zeilen für Anfangsbestand, Kurszahlungen, Veranstaltungseingänge, weitere Einzahlungen und Auszahlungen. Darunter stehen Endbestand, zweckgebundene Beträge und frei verfügbarer Betrag. Eine Übertragung zwischen deinen eigenen Konten verändert die gesamte Liquidität nicht. Sie ist weder eine neue Einnahme noch eine Betriebsausgabe.

Ein positiver Kontostand bedeutet nicht, dass der gesamte Betrag für neue Ausgaben frei ist. Bereits eingegangene Workshopzahlungen können spätere Raumkosten oder mögliche Erstattungen abdecken müssen. Kennzeichne diese Bindung, ohne dieselben Beträge zusätzlich als heutige Auszahlung abzuziehen. Erst bei der tatsächlichen Zahlung entsteht der Geldabfluss.

Die nötigen Buchungs- und Zahlungsdaten kommen aus deiner organisierten Kursverwaltung. Anders als der Businessplan für den Start deiner Tanzschule beantwortet diese Übersicht eine laufende Frage: Reicht das verfügbare Geld bis zum nächsten Eingang? Deine Angebotspreise legst du darin nicht fest.

Ein Beleg gehört erst dann in den richtigen Monat, wenn sein Zahlungstermin feststeht.
Ein Beleg gehört erst dann in den richtigen Monat, wenn sein Zahlungstermin feststeht.

Deinen Zahlungsplan in sieben Schritten erstellen

  1. Den Anfangsbestand festhalten

    Wähle einen Monatsbeginn und addiere deine betrieblichen Bankguthaben sowie vorhandenes Bargeld; berücksichtige überzogene Konten mit negativem Vorzeichen. Erfasse bereits gebundene Beträge daneben, damit sie später nicht als frei verfügbare Mittel erscheinen.

  2. Kurseingänge monatsweise eintragen

    Übertrage jede erwartete Zahlung in ihren Eingangsmonat, bei Raten jede Rate einzeln. Trenne bereits bezahlte Buchungen, offene Forderungen und noch ungebuchte Plätze: Nur die beiden letzten Gruppen können zukünftige Eingänge erzeugen, ungebuchte Plätze bleiben eine unsichere Annahme.

  3. Ferienmonate gesondert abbilden

    Trage Unterrichtspausen ein und übernimm die dazugehörige Zahlungslogik deiner bestehenden Vereinbarungen. Fortlaufende Beiträge, ausgesetzte Zahlungen und weniger neue Kursstarts wirken unterschiedlich; ein Ferienmonat bekommt deshalb keine pauschale Kopie der Einnahmen aus dem Vormonat.

  4. Veranstaltungszahlungen auseinanderziehen

    Setze Ticket- und Workshopgelder auf ihre erwarteten Eingangsmonate, Anzahlungen für Räume oder externe Lehrkräfte auf ihre Zahlungstermine. Markiere, welcher Teil vorhandener Veranstaltungsgelder noch für spätere Kosten oder mögliche Erstattungen benötigt wird.

  5. Auszahlungen nach Fälligkeit erfassen

    Ordne Miete, Honorare, Personalzahlungen und weitere laufende Kosten ihren Zahlungsterminen zu. Ergänze seltenere Abflüsse wie Wartung, Jahresrechnungen und geplante Anschaffungen; eine jährlich bezahlte Rechnung gehört vollständig in den Zahlungsmonat, nicht anteilig in jeden Monat.

  6. Bestände und Reserven berechnen

    Berechne je Monat: Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen gleich Endbestand. Übernimm diesen als nächsten Anfangsbestand; ziehe für die verfügbare Summe zweckgebundene Beträge und deinen selbst festgelegten Sicherheitspuffer ab, ohne Reserven auf eigenen Konten doppelt zu zählen.

  7. Knappe Monate auf Zahlungstage auflösen

    Ordne in kritischen Monaten Eingänge und Abflüsse zusätzlich nach Datum und berechne den laufenden Bestand. Rechne danach eine vorsichtigere Variante mit späteren Eingängen; verschiebe vermeidbare Ausgaben oder vereinbare andere Zahlungstermine, bevor du eine nicht gedeckte Zahlung auslöst.

Diese Zuordnungen verhindern Rechenfehler

So ja

  • Auszahlungen mit dem tatsächlich zu zahlenden Betrag erfassen
  • Denselben Eingang genau einer Einnahmenzeile zuordnen
  • Unsichere Buchungen in einer eigenen Variante rechnen
  • Rückzahlungen als eigene Abflüsse sichtbar lassen

So nicht

  • Nur einen rechnerischen Kostenanteil als Zahlung einsetzen
  • Workshopgeld bei Kursen und Veranstaltungen doppelt zählen
  • Alle freien Kursplätze als sichere Zahlung behandeln
  • Erstattungen ohne erkennbare Zeile mit Einnahmen verrechnen

Deine Kontrolle im laufenden Betrieb

Beim Anlegen

Grundlage

Während des Monats

Abgleich

Beim Monatsabschluss

Fortschreibung

Häufige Fragen

  1. Plane mindestens bis hinter die nächste Ferienphase und den nächsten größeren Zahlungsblock. Ein rollierender Jahresblick ist als Arbeitsformat hilfreich, weil er auch seltene Rechnungen sichtbar macht. Ergänze beim Monatsabschluss einen weiteren Monat, statt die Übersicht zum Jahresende einfach auslaufen zu lassen.

Mach deine Kursbuchungen sichtbar

Du kannst deine Kurse und Events im udansa hub eintragen, manuell oder per Schnittstelle aus deiner Verwaltungssoftware. udansa kann Anmeldung und Zahlung übernehmen oder dein Angebot auf dein eigenes System verlinken.