Vom mittelalterlichen Kaufhaus zum bürgerlichen Tanzsaal
Die Stadt ließ den Gürzenich im 15. Jahrhundert als repräsentatives städtisches Festhaus und Tanzhaus errichten, um hochrangige Gäste feierlich zu empfangen. Wenn du heute an dem spätgotischen Profanbau in Köln vorbeigehst, zeugt die Fassade von genau diesem bürgerlichen Selbstbewusstsein. Bereits damals ging es darum, einen neutralen Raum für städtische Feiern, Bankette und den Gesellschaftstanz zu besitzen. Der Begriff bürgerliches Tanzhaus markierte einen spürbaren Wandel: Große Festlichkeiten fanden nicht mehr ausschließlich in Klöstern, adeligen Residenzen oder Zunfthäusern statt, sondern gehörten mitten ins städtische Leben der Bürgerschaft.
Im Inneren bot der große Saal über Jahrhunderte hinweg das Parkett für historische Schreittänze und festliche Reigen. Wer seinen eigenen Einstieg auf das Parkett sucht oder noch nach dem passenden Takt forscht, kann zuvor über einen praktischen Selbsttest zum Tanzstil in Köln herausfinden, welche Tanzform am besten zum eigenen Rhythmus passt. Im Gürzenich ging es von Beginn an um das gemeinschaftliche Tanzen als Ausdruck von Zusammenhalt und städtischem Rang.








