Zum Hauptinhalt springen
Tanzgeschichte4 Minuten

Tanzarchiv Leipzig: Tanzgeschichte der DDR in der Universitätsbibliothek

Von Mary De LucaStand

Kurz gesagt
  • Das Tanzarchiv Leipzig wurde 1957 gegründet und fungierte viele Jahre als Außenstelle der Akademie der Künste der DDR.
  • Die umfangreichen Bestände umfassen Tausende Fotografien, Programmhefte, Notationen und Nachlässe zur Tanzgeschichte der DDR.
  • Heute befindet sich die Spezialsammlung in der Obhut der Universitätsbibliothek Leipzig und steht Forschenden sowie Interessierten nach Anmeldung offen.

Zwischen vergilbten Programmheften und historischen Fotografien lagert in Leipzig ein einzigartiges Gedächtnis der Bewegung. Wer die Akten öffnet, entdeckt, wie intensiv der Tanz in vier Jahrzehnten DDR debattiert, zelebriert und dokumentiert wurde.

DefinitionTanzarchiv Leipzig

Das Tanzarchiv Leipzig ist eine 1957 begründete Spezialsammlung zur Dokumentation des Bühnen- und Freizeittanzes. Seine Bestände lagern heute in der Universitätsbibliothek Leipzig und bilden eine zentrale Quelle zur ostdeutschen Tanzhistorie.

Das Tanzarchiv Leipzig und seine historischen Wurzeln

Das Tanzarchiv Leipzig bildet das historische Gedächtnis des Bühnen- und Laientanzes im Osten Deutschlands. Gegründet im Jahr 1957, agierte die Einrichtung über Jahrzehnte hinweg als Außenstelle der Akademie der Künste der DDR. Tanzschaffende, Choreografen und Forschende bündelten hier Dokumente, die andernfalls verstreut oder verloren gegangen wären. Heute lagern diese wertvollen Bestände sicher in der Universitätsbibliothek Leipzig, wo sie für Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen zugänglich aufbewahrt werden.

Wer sich für die Entwicklung moderner Tanzkonzepte interessiert, stößt in den Leipziger Archivalien auf faszinierende Zeugnisse. Die Sammlung umfasst nicht nur staatlich geförderte Ballettinszenierungen, sondern fängt das gesamte Spektrum des Tanzens in vier Jahrzehnten DDR-Geschichte ein. Vom klassischen Ensembledokument bis zu handgeschriebenen Notizen freier Ensembles spiegelt das Archiv wider, wie Bewegungskunst damals funktionierte.

Originale Aufzeichnungen und Notationen machen Tanzschritte sichtbar, die vor Jahrzehnten über die Bühnen gingen.
Originale Aufzeichnungen und Notationen machen Tanzschritte sichtbar, die vor Jahrzehnten über die Bühnen gingen.

Fotografien, Notationen und Dokumente zur DDR-Tanzgeschichte

In den Magazinen der Universitätsbibliothek lagern Tausende Fotografien, Programmhefte, Kritiken, Notenbände und detaillierte Tanznotationen. Sie dokumentieren Aufführungen namhafter Choreografen ebenso wie die Arbeit regionaler Tanztheater und Volkskunstkollektive. Die Tanzgeschichte der DDR war stets ein Spannungsfeld zwischen künstlerischem Ausdruckswillen und kulturpolitischer Steuerung, was sich in Gutachten und Briefwechseln der Sammlung deutlich abzeichnet.

Bemerkenswert ist der Bestand an Fachzeitschriften und theoretischen Schriften: Er zeigt, wie Tanztheorien aus Mittel- und Osteuropa diskutiert und in eigenen Lehrwerken aufbereitet wurden. Auch wer heute nach Inspiration für Choreografien sucht oder Tanzromane und Bildbände zur Geschichte schätzt, entdeckt in den Leipziger Archivschachteln eindrucksvolle visuelle Quellen.

Archivbesuch in der Universitätsbibliothek vorbereiten

Gezielte Recherche

  • Themen und Signaturen vor dem Besuch im Bibliothekskatalog recherchieren
  • Rechtzeitig einen Termin im Sonderlesesaal vereinbaren
  • Bleistift und Notizblock für eigene Auszüge mitbringen

Ungünstiges Vorgehen

  • Spontan ohne Voranmeldung nach Archivalien fragen
  • Dokumente mit Kugelschreibern oder Filzstiften bearbeiten
  • Erwarten, dass alle Bestände vollständig digital vorliegen

Archive bewahren das Wissen darüber, wie Tanz bewegt und Menschen verbunden hat, lange nachdem der letzte Beifall verklungen ist.

Tanzhistorikerin, Leipzig

Nutzung der Bestände in der Universitätsbibliothek

Ein Besuch im Tanzarchiv Leipzig richtet sich nicht allein an Universitätspersonal. Studierende, freischaffende Choreografen, Tänzerinnen und geschichtsinteressierte Laien können die Findmittel nutzen und nach Voranmeldung Einsicht in Akten, Bildkonvolute und Nachlässe nehmen. Um Dokumente vor Ort einzusehen, empfiehlt sich eine gezielte Vorrecherche im Katalog der Universitätsbibliothek sowie eine rechtzeitige Anfrage per E-Mail.

Gerade für aktive Tänzerinnen und Tänzer eröffnet der Blick in die Akten ein tieferes Verständnis für das heutige Tanzschaffen. Wer verstehen will, wie sich Formen und Techniken über die Jahrzehnte gewandelt haben, findet hier die authentischen Primärquellen. Das Archiv erinnert daran, dass Tanz mehr ist als der flüchtige Moment auf der Bühne: Er ist ein bleibender Teil des kulturellen Erbes der Stadt Leipzig.

Zwei Facetten der DDR-Tanzsammlung

Bühnentanz

Offizielle Festkultur und Ballett

Ensembles und Staatsbühnen im Fokus

Programmhefte, Inszenierungsfotos und administrative Gutachten spiegeln wider, wie staatliche Vorgaben und künstlerische Leitlinien an den großen Theatern umgesetzt wurden.

Laientanz

Volkskunstkollektive im Alltag

Freizeitkunst und Ensembleszene

Dokumentationen zu Laienensembles, Tanzfesten und Bewegungsgruppen zeigen die lebendige Praxis abseits der großen Staatstheater. Hier ging es um Gemeinschaft und tänzerische Bildung.

Häufige Fragen

  1. Die Bestände sind über den Katalog der Universitätsbibliothek Leipzig recherchierbar und können im Sonderlesesaal nach Voranmeldung eingesehen werden. Eine rechtzeitige Kontaktaufnahme per E-Mail ist ratsam, da Archivalien vorab aus dem Magazin bereitgestellt werden müssen.

Tanzangebote in Leipzig entdecken

Verbinde geschichtliches Interesse mit deiner eigenen Bewegung auf dem Parkett.

Alle passenden Kurse ansehen

Geschichte teilen statt allein forschen

Finde Gleichgesinnte für gemeinsame Besuche von Tanzarchiven, Tanzgeschichte-Workshops und historische Tanzprojekte in Leipzig.

Geschichte teilen statt allein forschen