Drei Orte erzählen drei Kapitel der Tanzgeschichte
In Shanghai lassen sich Tanzorte danach unterscheiden, welche Aufgabe sie erfüllen und wie sich diese Aufgabe verändert hat. Das Paramount an der Yuyuan Road 218 in Jing’an wurde 1933 im Art-déco-Stil eröffnet. Der zweigeschossige Hauptsaal hatte einen gefederten Tanzboden; eine kleinere Tanzfläche besaß einen Glasboden. Ab 1937 wurde dort als Taxi-Dance-Hall getanzt. 1956 schloss der Ballsaal, und das Gebäude wurde zum Kino umgebaut. Nach einer Sanierung Anfang der 2000er Jahre entstand wieder ein Ballsaal. Im April 2017 öffnete es nach einer weiteren Renovierung erneut mit Abendprogramm.
Diese Ortsgeschichte ist anders als die eines Theaters: Im Ballsaal war die Tanzfläche selbst ein zentraler Teil des Abends. Das Shanghai Grand Theatre am Volksplatz in Huangpu steht dagegen für Aufführungen. Es wurde 1998 eröffnet und zeigt unter anderem Ballette. Wenn du einen Ort besuchst, hilft diese Unterscheidung bei der Erwartung: Möchtest du eine Inszenierung ansehen oder interessiert dich die Geschichte eines Raums, der zum Tanzen und Zusammensein genutzt wurde?





