Wie die Wiederholung den Rhythmus befreite
In den 1970er Jahren stand die urbane Musikwelt vor einem physikalischen Problem. Auf den Block Partys in der New Yorker Bronx wollten die Jugendlichen zu den treibenden, energiegeladenen Schlagzeug-Soli von alten Funk-Platten tanzen. Doch diese sogenannten Breaks dauerten oft nur wenige Sekunden, bevor der Gesang oder andere Instrumente wieder einsetzten. Die Geburtsstunde einer neuen Ära schlug, als DJs begannen, zwei identische Schallplatten auf zwei Plattenspielern parallel laufen zu lassen. Sobald der Breakbeat auf der einen Platte endete, spielten sie ihn auf dem anderen Plattenspieler von vorne ab.
Diese mechanische Verlängerung des Rhythmus legte das Fundament für die Geschichte des Hip-Hop-Samplings. Die Musikproduktion und die Tanzbarkeit verschmolzen zu einer völlig neuen Einheit. Durch das endlose Wiederholen der intensivsten Rhythmus-Passagen entstand ein hypnotischer, durchgehender Loop, der den Tänzern im Raum den nötigen Platz für ausgedehnte Bewegungen gab. Ohne diese technische Innovation hätte sich die urbane Tanzkultur niemals in dieser Dynamik entwickelt, da den Akteuren schlicht der musikalische Raum für ihre Kunst gefehlt hätte.



