Die Wurzeln des oberägyptischen Stocktanzes im Tahtib
Der Saidi entspringt der traditionsreichen Region Oberägyptens, dem sogenannten Said. In dieser ländlichen, von Stolz und familiärem Zusammenhalt geprägten Gegend entwickelten die Männer einst den Tahtib, einen rituellen Kampf mit langen, schweren Stöcken aus Bambus oder Hartholz. Aus diesem kraftvollen Kampfsport, der der Verteidigung und dem spielerischen Kräftemessen diente, formte sich im Laufe der Generationen ein eigenständiger ägyptischer Folklore Tanz. Frauen griffen diese Dynamik auf und kreierten mit dem Raqs Assaya eine feminine, kokette Interpretation des Stocktanzes. Statt der schweren Kampfstöcke nutzen Tänzerinnen leichtere, oft an einem Ende gebogene Stöcke, mit denen sie die maskulinen Bewegungen des Tahtib auf spielerische und elegante Weise parodieren.
Die Musik des Saidi ist untrennbar mit dem markanten, treibenden Saidi-Rhythmus verbunden, der durch zwei schwere Dum-Schläge in der Mitte des Taktes (Dum-Tek... Dum-Dum-Tek) gekennzeichnet ist. Traditionell wird dieser Sound von der Mizmar, einer durchdringenden orientalischen Oboe, und der großen Rahmentrommel Tabla Baladi getragen. Wer die Welt des Raqs Sharqi erkundet, stellt schnell fest, dass der Saidi zu den lebendigsten und fröhlichsten Facetten der orientalischen Folklore gehört. Die Bewegungen spiegeln das erdige Lebensgefühl wider: Es wird flach auf dem ganzen Fuß aufgetreten, gesprungen und stolz die Hüfte betont, während der Stock rhythmisch die Akzente der Musik untermalt.




