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Musikgefühl6 Minuten

Wiener Walzer schnell zählen: Zwei Takte geben Halt

Von Bernhard De LucaStand

Kurz gesagt
  • Die sechs Gewichtswechsel einer bekannten Wiener-Walzer-Drehung verteilst du auf zwei Takte mit jeweils drei Schlägen.
  • Zähle zunächst „eins, zwei, drei, eins, zwei, drei“ und betone jeweils die Takteins mit deiner Stimme.
  • Zur Unterscheidung der Drehungshälften kannst du „eins, zwei, drei, zwei, zwei, drei“ als Übungssprache verwenden.
  • Bei sicherem Timing sprichst du nur die Taktanfänge und behältst alle sechs Gewichtswechsel im gleichen Puls.

Bei schneller Musik kann schon das eigene laute Zählen die Begleitung verdecken. Eine sparsame Zählstimme lässt dir Platz zum Hören, ohne dass du zwischen den hörbaren Orientierungspunkten Schritte auslassen musst.

Das brauchst du für die Zählübung

  • Eine bereits bekannte Drehung mit sechs Gewichtswechseln
  • Eine Aufnahme mit regelmäßigem Wiener-Walzer-Abschnitt
  • Eine Musikquelle mit Wiederholfunktion
  • Freie Tanzfläche und passende Tanzschuhe
  • Eine gemeinsame Zählweise für beide Tanzrollen

Taktzahlen und Schrittzahlen erfüllen verschiedene Aufgaben

Eine bekannte Drehung umfasst hier sechs Gewichtswechsel: Die ersten drei gehören zum ersten Takt, die nächsten drei zum zweiten. Musik zählt deshalb „eins, zwei, drei“ zweimal. Zählst du stattdessen die Schritte von eins bis sechs, bleibt die Zuordnung dieselbe: Schritt eins und Schritt vier liegen auf einer Takteins. Eine Schrittzahl bezeichnet deine Stelle in der Figur, eine Taktzahl deine Stelle in der Musik.

Die Übungsform „eins, zwei, drei, zwei, zwei, drei“ macht zusätzlich die beiden Takte unterscheidbar. Die erste „zwei“ der zweiten Gruppe bedeutet dabei „zweiter Takt“, nicht „zweiter Schlag“. Sie liegt musikalisch wieder auf einer Eins. Diese Sprache ist eine Merkhilfe, keine andere Taktart. Die Begleitung liefert häufig einen tieferen Klang auf dem Taktanfang und zwei nachfolgende Akkordimpulse. Lautstärke allein ist kein zuverlässiges Merkmal, weil auch die Melodie einzelne Schläge hervorheben kann.

Bleib für diese Übung bei derselben Drehung. Das Verbinden verschiedener Drehrichtungen ist eine eigene Aufgabe. Wenn die Zahlen stimmen, aber deine Wiener-Walzer-Drehung körperlich blockiert, brauchst du eine technische Korrektur statt einer neuen Zählweise.

Ein Paar tanzt leidenschaftlich miteinander, etwa Salsa, Tango oder Walzer
Ein hörbarer Taktanker bleibt auch dann nützlich, wenn die Melodie gerade einen anderen Schlag hervorhebt.

So übst du sechs Gewichtswechsel in zwei Takten

  1. Die bekannte Drehung gedanklich teilen

    Ordne ohne Musik die Gewichtswechsel eins bis drei der ersten Hälfte und vier bis sechs der zweiten Hälfte zu. Sage die Schrittzahlen einmal vollständig; du solltest jede Zahl einer eindeutigen Stelle deiner bekannten Figur zuordnen können.

  2. Zwei Taktanfänge im Sitzen markieren

    Höre einen regelmäßigen Abschnitt deiner Aufnahme und tippe mit der Hand nur die wiederkehrenden Taktanfänge. Sprich dazwischen leise „zwei, drei“. Dein nächstes Tippen muss nach diesen beiden Schlägen kommen, nicht nach einer beliebigen Betonung der Melodie.

  3. Beide Takte vollständig sprechen

    Sprich zur Musik „eins, zwei, drei, eins, zwei, drei“, zunächst ohne zu tanzen. Betone die beiden Einsen mit der Stimme, die übrigen Zahlen bleiben leiser. Es klappt, wenn deine Dreiergruppen mehrfach mit der Begleitung zusammenfallen und keine zusätzliche Zahl dazwischenrutscht.

  4. Die zweite Hälfte hörbar benennen

    Wechsle zur Übungssprache „eins, zwei, drei, zwei, zwei, drei“. Betone jeweils das erste Wort jeder Gruppe. So hörst du, welche Drehungshälfte gemeint ist; die Abstände zwischen den sechs gesprochenen Zahlen bleiben gegenüber dem vorherigen Durchgang unverändert.

  5. Die Drehung mit voller Zählung tanzen

    Tanze deine bekannte Folge zur Aufnahme und ordne jeder gesprochenen Zahl genau einen Gewichtswechsel zu. Im Paar zählt zunächst nur eine Person hörbar. Der vierte Wechsel trifft den Anfang der zweiten Dreiergruppe, danach folgen der fünfte und sechste ohne Pause.

  6. Nur die beiden Taktanker aussprechen

    Lass die Zwischenzahlen nach mehreren passenden Wiederholungen weg und sprich nur „eins“ und „zwei“ auf den Taktanfängen. Die beiden übrigen Gewichtswechsel jedes Taktes bleiben erhalten. Gelingt das, landest du nach jeder stillen Zwischenstrecke wieder gemeinsam mit der Begleitung auf dem nächsten Anker.

  7. Mit einer Kontrollrunde abschließen

    Sprich während des Tanzens noch einmal alle sechs Zahlen in zwei Dreiergruppen. Passen sie weiterhin zur Musik, hat das verkürzte Zählen den Puls nicht verändert. Bei einer Abweichung beende den Durchgang und beginne die Übung erneut mit vollständiger Zählung.

Diese Zählgewohnheiten unterscheiden sich

So ja

  • Die Takteins mit der Stimme hervorheben
  • Beide Dreiergruppen ohne Sprechpause verbinden
  • Für die Paarübung eine gemeinsame Zählstimme nutzen
  • Taktanker als Hörhilfe verwenden

So nicht

  • Jede Zahl gleich laut über die Musik rufen
  • Nach der ersten Dreiergruppe auf die nächste Zahl warten
  • Zwei unterschiedliche Zählweisen gleichzeitig sprechen
  • Auf jedem Taktanker kräftiger auftreten

Deine Kontrolle vor, während und nach der Übung

Vor dem Tanzen

Zuordnung

Im Übungsdurchgang

Abgleich

Zum Abschluss

Kontrolle

Häufige Fragen

  1. Ja, du kannst die Gewichtswechsel einer bekannten Drehung von eins bis sechs zählen. Dabei liegen eins und vier auf den musikalischen Taktanfängen. Diese Zählung hilft beim Benennen einzelner Schritte; die Dreiergruppen machen dagegen hörbar, wie dieselben Schritte in die Musik passen.

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