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Paartechnik5 Minuten

Warum deine Wiener Walzer Drehung blockiert

Von Mary De LucaStand

Kurz gesagt
  • Eine bekannte Wiener Walzer Drehung kann blockieren, wenn beide gleichzeitig den längeren Außenweg beanspruchen.
  • Bei der Rechtsdrehung geht im ersten Dreierschritt der Vorwärtsstartende außen, der Rückwärtsstartende dreht innen kompakter mit.
  • Im zweiten Dreierschritt wechseln die Aufgaben: Wer zuvor innen war, übernimmt nun den Außenweg.
  • Kurze Wiederholungen mit benannten Außenwegen zeigen, ob ihr einander Platz zum Vorbeitanzen lasst.

Allein klappt die bekannte Folge, zu zweit fühlt sich dieselbe Stelle plötzlich wie eine verschlossene Tür an. Besonders aufschlussreich ist dann nicht der nächste Versuch mit mehr Schwung, sondern der Blick darauf, welchen Raum ihr beide beansprucht.

DefinitionInnenweg und Außenweg

Innenweg und Außenweg bezeichnen die unterschiedlich langen Bahnen der beiden Tanzenden um den gemeinsamen Drehbereich. Außen wird der größere Bogen zurückgelegt, innen bleibt die Bahn kompakter.

Bei der Rechtsdrehung wechselt der längere Weg

Stell dir eine bereits gelernte Rechtsdrehung über zwei Takte vor. Du beginnst vorwärts ungefähr in Tanzrichtung, dein Partner rückwärts. Im ersten Dreierschritt ziehst du auf dem weiteren Außenbogen an ihm vorbei. Dein Partner dreht auf dem kompakteren Innenweg mit. Im zweiten Dreierschritt beginnt er vorwärts und übernimmt den Außenbogen, während du rückwärts innen mitdrehst. Gemeint sind zwei halbe Drehungen über jeweils einen ganzen Takt, nicht ein Aufgabenwechsel mitten im Takt.

Die Wege sind unterschiedlich lang, obwohl ihr dieselben drei Zählzeiten nutzt. Gleichzeitig tanzen heißt deshalb nicht, gleich weite Bahnen zurückzulegen. Wer innen ist, bleibt in Bewegung, muss aber nicht zusätzlich um den anderen herumlaufen. Wer außen ist, braucht Raum, um vorbeizukommen.

Wenn beide den weiten Bogen verlangen, laufen ihre Bewegungen gegeneinander: Das Paar spannt sich auseinander oder bleibt hängen. Ein verwandtes Zusammenspiel unterschiedlicher Wege erklärt auch die Rechtsdrehung im Foxtrott. Hier bleibt ihr jedoch bei eurer vertrauten Wiener Walzer Folge und betrachtet nur die Aufteilung des Raums.

An einer Parkettfuge lässt sich erkennen, ob das Paar weiterwandert oder nur am selben Fleck kreist.
An einer Parkettfuge lässt sich erkennen, ob das Paar weiterwandert oder nur am selben Fleck kreist.

Ein kurzer Vergleich macht den Wegkonflikt sichtbar

Für die erste Paarübung nehmt ihr ausschließlich den ersten Dreierschritt eurer bekannten Rechtsdrehung. Wählt eine freie Übungsfläche, nicht die laufende Tanzbahn eines Balls. Startet aus derselben Ausrichtung und tanzt den Ausschnitt einmal wie gewohnt. Merkt euch, wo der Vorwärtsgehende nicht mehr vorbeikommt: schon beim Ansetzen oder erst beim seitlichen Weiterbewegen.

Wiederholt denselben Ausschnitt mit einer konkreten Vereinbarung: Die vorwärts startende Person bekommt den weiteren Bogen, die rückwärts startende hält ihren Weg kompakter und dreht weiter mit. Die Fußfolge bleibt unverändert. Innen bedeutet weder stehen bleiben noch den Partner an den Armen herumziehen.

Vergleicht nun den Moment, an dem es zuvor eng wurde. Kommt der Vorwärtsgehende dort vorbei, ohne dass ihr euch auseinanderziehen müsst? Dann hat die veränderte Raumaufteilung genau an dieser Stelle geholfen. Versucht nicht, die Wirkung durch zusätzliches Tempo zu verstärken.

Für eine bereits bekannte Linksdrehung lässt sich derselbe Vergleich nutzen. Ihre besondere Fußfolge bleibt dabei so, wie du sie gelernt hast; dafür gibt es die Anleitung zur Wiener Walzer Linksdrehung.

So erkennt ihr passende Schrittwege

So ja

  • Den größeren Bogen dem gerade Vorwärtsgehenden lassen
  • Innen mitdrehen und den eigenen Weg kompakt halten
  • Beim zweiten Dreierschritt die Außenaufgabe wechseln
  • Eine stockende Stelle ohne zusätzlichen Druck wiederholen

So nicht

  • Gleichzeitig um den anderen herum vorwärtsdrängen
  • Innen einen ebenso weiten Bogen wie außen verlangen
  • In beiden Dreierschritten dieselbe Person außen lassen
  • Eine stockende Stelle mit den Armen durchschieben

Der Außenweg gehört nicht immer derselben Person, sondern wechselt innerhalb der Drehung zwischen euch beiden.

udansa-Redaktion

Der zweite Takt zeigt, ob ihr die Aufgaben tauscht

Die zweite Paarübung umfasst beide Dreierschritte eurer bekannten Rechtsdrehung. Benennt vor dem Start die beiden Außenaufgaben: „Erst Alex, dann Deniz.“ Tanzt zwei Takte mit gleichmäßigem Zählen. Im ersten übernimmt Alex den weiteren Vorwärtsbogen, im zweiten Deniz. Damit untersucht ihr den Aufgabenwechsel, ohne eine neue Figur einzubauen.

Ein typischer Befund: Der erste Takt wird frei, aber im zweiten stockt es erneut. Alex versucht weiterhin außen herumzukommen, obwohl jetzt Deniz vorwärts vorbeitanzt. Der zunächst erfolgreiche Außenweg wird zur Gewohnheit, die dem Partner seinen Platz nimmt. Wiederholt dieselben zwei Takte und richtet eure Aufmerksamkeit diesmal nur auf Deniz' freien Weg im zweiten Takt.

Wenn beide Hälften gelingen, verbindet zwei vollständige Wiederholungen der vertrauten Drehung. So erlebt jede Person den Wechsel mehrfach. Danach lasst ihr die Namen weg und tanzt einen kurzen Ausschnitt zur Musik. Das Ziel ist eine erkennbare, wechselnde Raumaufteilung ohne Zurufe. Diese Übung verändert weder eure gelernte Fußfolge noch die vorgesehene Drehmenge; sie macht aus zwei konkurrierenden Wegen eine gemeinsame Paardrehung.

Zwei Aufgaben innerhalb derselben Drehung

Außen

Den weiteren Bogen zurücklegen

Vorbeitanzen braucht freien Raum

Du bewegst dich um deinen Partner herum und brauchst dafür die längere Bahn. Dein Weg bleibt am gemeinsamen Drehbereich orientiert, statt seitlich vom Paar wegzuführen. Der freie Raum innen ermöglicht, dass ihr zusammenbleibt.

Innen

Kompakt und aktiv mitdrehen

Weniger Weg ist keine Pause

Du bleibst näher am gemeinsamen Drehbereich und gibst deinem Partner Raum für den größeren Bogen. Dabei setzt du deine bekannten Schritte und wechselst das Gewicht weiter. Deine Bewegung begleitet das Vorbeitanzen, statt es abzubremsen.

Häufige Fragen

  1. Nein, die Körpergröße bestimmt nicht, wer den Außenweg übernimmt. Innerhalb der Drehung wechseln die Aufgaben mit der Bewegungsrichtung. Unterschiedliche Beinlängen können eure passenden Schrittlängen beeinflussen, ändern aber nichts daran, dass beide abwechselnd Raum zum Vorbeitanzen brauchen.

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