Der Einschnitt betraf die Arbeit des Hauses
Am Theater Bonn markierte die Spielzeit 2007/2008 das Ende der eigenen Tanzsparte. Der frühere Bereich hieß Choreographisches Theater und wurde zuletzt von Johann Kresnik geleitet. Danach zeigte das Haus Tanz mit eingeladenen Kompanien im Opernhaus. Die dafür dokumentierte Reihe trug den Titel „Highlights des Internationalen Tanzes“.
Damit änderte sich die institutionelle Verbindung zwischen Theater und Tanz. Eine eigene Sparte verankert die künstlerische Arbeit innerhalb des Hauses. Wird sie beendet, entfällt dieser Bereich als Teil seiner Organisation. Eine Bühne kann dennoch für Tanz genutzt werden. Die Aussage „Die Tanzsparte wurde beendet“ beschreibt also etwas anderes als „Dort wurde nicht mehr getanzt“.
Für Deine Vorstellung von der Bonner Theatergeschichte ist diese Unterscheidung entscheidend. Der Einschnitt betraf die Art, wie Tanz am Haus organisiert wurde, nicht das Verschwinden der Kunstform von seiner Bühne. Über das künstlerische Profil der anschließenden Reihe liest Du auf der Seite zu den Highlights des Internationalen Tanzes in Bonn. Hier steht der Wechsel der Struktur im Mittelpunkt, nicht die Auswahl der eingeladenen Werke.



